#129 – Pflanzenschutz, Fruchtfolge und Digitalisierung: Aktuelle Herausforderungen in der Pflanzenbauberatung

Shownotes

In dieser Folge von "Boden&ständig" begrüßen Carina und Johannes einen ganz besonderen Gast: Lennart Albrecht-Vogelsang, Pflanzenbauberater aus Mitteldeutschland. Die drei nehmen euch mit in den abwechslungsreichen Arbeitsalltag der Pflanzenbauberatung – von Feldrundfahrten und Sortenwahl über Tipps zur Düngeplanung bis hin zu spannenden Einblicken in die Weiterbildung hinter den Kulissen.

Wie organisiert man moderne Landwirtschaft zwischen Wetterkapriolen, technologischem Fortschritt und dem eigenen Familienbetrieb? Was macht eine unabhängige Beratung aus? Und was sind eigentlich die kleinen Stellschrauben, an denen heute gedreht werden muss? Natürlich wird auch der eine oder andere Blick auf die Herausforderungen und Highlights der aktuellen Erntezeit geworfen.

Freut euch auf praxisnahe Geschichten, handfeste Tipps und ganz viel Leidenschaft für Landwirtschaft – mit Augenzwinkern und echter Begeisterung fürs Thema!

Hört unbedingt rein, gebt uns euer Feedback und bleibt wie immer: boden&ständig.

Wir freuen uns immer über eine positive Bewertung ⭐⭐⭐⭐⭐!

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Transkript anzeigen

00:00:01: Das ist Boden und Ständig mit Carina und Johannes.

00:00:05: Gemeinsam sprechen wir über die Landwirtschaft powered by Lempken.

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu 1 neuen Folge Boden und Ständig.

00:00:20: Moin Johannes, ganz spontan fange ich dann heute Morgen mal an. Wie geht's dir an

00:00:23: dem Montagmorgen? Ja, so weit so gut. Mit

00:00:27: kleinen Startschwierigkeiten, die wir alle behoben haben. Vielleicht mal zu

00:00:30: späterer Zeit mehr. Aber sonst alles gut. Letztendlich

00:00:34: sind die Temperaturen immer wieder angenehmer. Ja, da sagst du was.

00:00:37: Heute hatte ich schon Diskussionen mit meinem Sohn,

00:00:41: warum er jetzt doch eine lange Hose anziehen muss, weil tatsächlich war hier heute Morgen

00:00:45: nur 16 Grad. Und er meinte, er hätte die ganze

00:00:49: Zeit eine kurze Hose angehabt, der müsste auch heute eine kurze Hose haben. Ich hab

00:00:51: gesagt, vielleicht erst mal heute Morgen eine lange Hose.

00:00:55: Habt ihr schon Ferien? Nee. Nee, deswegen, der muss ja

00:00:59: zur Schule. Ja, weil wir haben nämlich schon Ferien. Wir haben schon die 1. Ferienwoche

00:01:03: hinter uns. Ja, wir haben, ich glaube, das ist relativ spät in Nordrhein-Westfalen. Ich

00:01:07: glaube, wir haben erst in 2 Wochen, glaube ich, am 18. Oder so,

00:01:11: glaube ich, kriegen die Ferienwoche, irgendwie mitten in der Woche, ich weiß gar nicht ganz

00:01:14: genau. Auf jeden Fall dauert das noch 2 Wochen. Die kriegen dann

00:01:18: noch ihre Zeugnisse und so. Aber dafür haben wir ja dann fast bis Anfang

00:01:21: September Sommerferien. Da kann ich mich auch nicht dran erinnern, dass man schon mal bis

00:01:25: September Sommerferien hatte hier. Ja, ich glaube, das wechselt ja irgendwie immer so.

00:01:29: Also ich weiß, dass wir dieses Jahr, glaube ich, ich glaube, wir waren letztes

00:01:32: Jahr so zum spätesten Zeitpunkt, ich kriege das ja auch immer nur

00:01:36: mit durch Jan, der ja Lehrer ist, und dieses Jahr

00:01:41: sind wir dann wieder gesprungen zum frühesten Zeitpunkt, wo es

00:01:44: Ferien gibt. Und das war ja dann, was war denn das, Ende Juni, irgendwie so

00:01:48: dann schon. Die gehen dann alle wieder, wenn es im August dann

00:01:52: vielleicht noch heiß ist, wieder in die Schule. Ja gut, aber

00:01:56: das habe ich ja auch jetzt schon öfter diskutiert. Kann ja auch sein, dass

00:01:59: es Im September war es ja jetzt auch oft heiß oder besseres Wetter, fast als

00:02:03: in den Sommerferien. Da haben sich viele schon wieder geärgert.

00:02:07: Ich glaube, da kann man sich nicht drauf verlassen. Aber bei euch

00:02:11: ist ja die Ernte aufgrund des Wetters schon weit vorangeschritten,

00:02:15: oder Carina? Ja, auf jeden Fall. Also wir haben die

00:02:18: Gerste schon ab, die Wintergerste von beiden Betrieben. Das

00:02:22: ging ruckzuck. Also da sind wir richtig durchgekommen. Und ihr hattet ja auch

00:02:26: 3 Drescher, wie man sagt. Ja, wir haben 3 Drescher und dann

00:02:29: war ein Tag mal noch ein vierter mit dabei. Genau.

00:02:33: Aber das lief. Ich sage ja immer, die Wintergerste ist ja immer so ein

00:02:37: bisschen die Generalprobe, wie ich immer so schön sage. Meistens ist es ja

00:02:40: doch so, dass bei der Wintergerste noch nicht der Stress da ist, dass

00:02:44: irgendwie das Wetter umschlagen könnte. Das hat man ja eher dann, also zumindest ist es

00:02:48: bei uns in der Region so, wenn eher zum späteren Zeitpunkt nach

00:02:52: hinten raus. Und irgendwer hatte mir auch gesagt, in diesem

00:02:55: hundertjährigen Kalender hätte gestanden, dass es dieses Jahr ein nasser

00:02:59: Sommer wird mit kurzen Erntefenstern, wo ich schon gesagt

00:03:02: habe, wir versuchen ja dieses Jahr das 1. Mal

00:03:06: mit beiden Betrieben zusammenzuarbeiten. Das heißt, wir fahren halt immer mit 2 Mähdrächer

00:03:10: bei einem Betrieb halt. Und das ist natürlich dann auch

00:03:14: eine Organisation, die eine Umstellung ist. Und da hatte ich schon

00:03:18: ein bisschen Angst, naja, wenn dann ein nasses Jahr kommt,

00:03:22: wie wird es dann? Weil dann wird ja irgendwie auch gefühlt jeder zuerst

00:03:26: und ein paar drüber herum werden im Lohnjahr auch noch getroschen.

00:03:30: Aber das sieht nicht so aus. Also

00:03:34: erst die Hitze, wir hatten ja über anderthalb Wochen da 40

00:03:37: Grad. Das war schon echt

00:03:41: anstrengend. Und auch die ganze letzte Woche war es

00:03:45: zwar dann mal was kühler, in Anführungszeichen, nur noch Ende

00:03:48: 20 Grad oder so. Und gestern sollte

00:03:52: es dann auch mal regnen. Dann kam dann bei einem Schauer mal anderthalb

00:03:56: Liter runter, die aber gefühlt auch in der gleichen Stunde noch wieder verdunstet

00:03:59: sind, weil danach die Sonne schon wieder da war. Und wenn ich meine

00:04:03: Kartoffeln und Rüben und die Wetteraussichten sehe, dann

00:04:06: sehe ich schwarz. Also für das Dreschen

00:04:10: nicht. Also Truschwetter ist auf jeden Fall. Aber

00:04:14: auch Thema Erträge und Co. Die Wintergerste

00:04:17: war echt noch top, da können wir uns nicht beschweren, aber wir hatten ja auch

00:04:20: einen relativ kühlen Mai bis

00:04:24: Anfang Juni, wo wir im Urlaub waren,

00:04:29: ging es ja auch noch. Für die Wintergerste würde ich sagen, war noch alles rechtzeitig

00:04:32: so an Regen und Co. Aber zum Beispiel der Kartoffelweizen, was

00:04:36: der jetzt in anderthalb Wochen da die Farbe gewechselt hat, das ist

00:04:40: jetzt alles nur noch am

00:04:44: dahin sterben, sage ich jetzt mal. Und deswegen denke ich mal, wird es da

00:04:47: auch ein bisschen ernüchternder werden, wahrscheinlich, aber

00:04:51: gut, wir werden sehen. Also mit der Gerste seid ihr dann insoweit zufrieden?

00:04:56: Also wir haben nichts gewogen, ich kann keine Tornage jetzt genau

00:04:59: sagen, aber zumindest das was wir getroschen haben, was die

00:05:03: Mähdrächer so angezeigt haben und die vollen Anhänger, die wir mal nach Hause

00:05:06: gebracht haben und eingelagert haben, das sah schon mal ganz

00:05:10: gut aus. Lagert ihr auf beiden Betrieben denn selber ein? Ja,

00:05:14: also beziehungsweise teils, teils. Unsere Wintergerste, die liegt

00:05:18: auch komplett in Kruft, weil wir das Problem

00:05:22: haben, in Anführungszeichen, dieses Jahr wird das ja auch nicht alles direkt

00:05:25: abgeholt und wir müssen ja, also wir haben ja sonst die Jahre auch das

00:05:29: Kartoffellager voll gemacht, Da das aber nicht direkt abgeholt wird dieses

00:05:33: Jahr, haben wir halt das Problem, dass wir sonst das Kartoffellager voll hätten, wenn dann

00:05:36: die Kartoffelernte losgeht. Und deswegen haben wir dieses Jahr die Gerste nach

00:05:40: Krupf gefahren. Aber Weizen kommt dann auch zu uns und ja,

00:05:44: das versuchen wir gerade alles so ein bisschen logistisch unter einen Hut zu

00:05:47: bekommen. Ja, es hat aber ganz gut geklappt. Ja, Carina, jetzt

00:05:51: haben wir gerade den. Hast du eigentlich noch Feedback gekriegt oder

00:05:55: so zu den letzten Folgen? Oder bestimmt hast du Feedback gekriegt?

00:05:58: Ja, natürlich habe ich immer Feedback bekommen. Aber ich sage dir ganz ehrlich,

00:06:02: so in der Ernte läuft ja irgendwie auch

00:06:06: alles nur noch nebenbei. Habe ich

00:06:10: gerade ehrlich gesagt gar nicht auf dem Schirm, müsste ich mal gerade noch in die

00:06:13: ein oder andere Nachricht reinhören. Auf jeden Fall habe ich

00:06:17: auch viel Feedback schon wieder bekommen zum Thema,

00:06:21: dass tatsächlich neue Podcast-Zuhörer dazugekommen sind. Das freut

00:06:24: uns natürlich. Alle, die neu dazukommen

00:06:28: und jetzt auch Zeit Vielleicht auf dem Acker, auf dem Mähdrecher oder

00:06:31: beim Abfahren oder später bei der Bodenbearbeitung. Das sage ich ja immer. Da kann

00:06:35: man immer besten Podcast hören, wenn man seine Bahn mit

00:06:39: der Scheibenegge und Co. Zieht. Und ja, auch

00:06:43: dass es richtig Spaß macht, uns zuzuhören und man sich

00:06:47: sehr gut mit uns identifizieren kann. Das freut uns

00:06:50: natürlich sehr, dass wir solche Nachrichten bekommen.

00:06:54: Ja, und ansonsten natürlich auch

00:06:57: viele Fragen. Johannes, Ich weiß nicht, ob du ganz kurz darauf

00:07:01: eingehen möchtest zum Thema Kurzarbeit. Da habe ich viele

00:07:04: Nachrichten bekommen. Ja, da habe ich tatsächlich auch im

00:07:08: privaten Umfeld natürlich viele Rückfragen gekriegt. Aktuell ist ja so, das haben

00:07:12: wahrscheinlich alle mitgekriegt, dass Lemken im

00:07:15: Moment Kurzarbeit am Standort in Alpen macht. Das heißt,

00:07:19: wir haben da reduzierte Arbeitszeit. Da ist natürlich der Hintergrund,

00:07:23: wie sich viele oder alle denken können, dass die aktuelle Marktlage

00:07:27: in der Agrartechnik sehr angespannt

00:07:30: ist. Die Landwirte oder eher die Zuhörer als

00:07:34: Landwirte wissen, dass wir aktuell sehr kritische Produktionsbedingungen

00:07:38: haben. Also nicht wir, sondern die Landwirte auch. Ja, alle. Und das sind natürlich unsere

00:07:41: Kunden. Dünger ist teuer, Diesel ist teuer, wir haben weltweite Krisen

00:07:45: und dementsprechend haben wir uns da

00:07:49: als vorsorgliche Maßnahme, das Unternehmen sicher aufzustellen

00:07:53: und zukunftsfähig aufzustellen, dazu entschieden, Kurzarbeit

00:07:56: anzumelden. Aber was glaube ich die wichtigste

00:08:00: Aussage ist, die auch in den Pressemitteilungen drin stand,

00:08:04: war, dass unser Service, das ist jetzt ganz wichtig bei der

00:08:07: Aussaat und Stoppen der Bearbeitungssaison, die Ersatzteilversorgung und der

00:08:11: Vertrieb ganz normal weiter läuft.

00:08:16: Wenn ihr Probleme habt, könnt ihr jederzeit den Service vor Ort anrufen.

00:08:21: Dementsprechend habt ihr als Kunden, Landwirte, Händler

00:08:25: etc. Keine Einschränkungen. Das

00:08:28: ist eher auf den Bereich nach intern hin

00:08:32: ausgelegt, sich dann weiter

00:08:37: als vorsorgliche Maßnahme aufstellen zu können. Also in dem Sinne, für

00:08:40: euch läuft alles ganz normal weiter und dann hoffen wir mal und

00:08:44: drücken mal die Daumen, dass sich bald für euch, auch für euch

00:08:48: Landwirte, dass die Marktlage wieder verbessert, die

00:08:51: Produktionsmittel wieder günstiger werden, damit auch

00:08:55: wieder in Landtechnik investiert werden kann. Es ist ja nicht

00:08:59: nur bei uns so, Das sieht man ja auch an anderen Zahlen und

00:09:02: Zulassungszahlen, dass es im Moment da sehr schwierig ist.

00:09:06: Ja, absolut. In dem Sinne dann also, wie gesagt, wenn Fragen sind,

00:09:10: meldet euch bei eurem Vertriebspartner etc. Und ansonsten, würde ich

00:09:14: sagen, natürlich auch der Podcast geht natürlich auch uneingeschränkt weiter,

00:09:18: damit wir jetzt, wie du schon gesagt hast, über die Ernte kommen und vor allem

00:09:21: dann auch nachher über die Stoppebearbeitungssaison und Aussaatsaison, wenn es dann

00:09:25: mal wieder nicht so oft ans Telefon geht, ne Carina?

00:09:30: Ja, absolut. Ihr habt ja jetzt mittlerweile bei euch auf den

00:09:33: Dreschern auch Funkgeräte? Wenn du sagst, ihr seid ja immer mit 2 Dreschern und mehreren

00:09:37: Abfahrern oder so, da ist ja dann schon fast Großbetriebscharakter

00:09:40: noch da, oder? Ja, Funkgeräte sind auch

00:09:44: dabei, Aber tatsächlich hat es auch so eigentlich ganz gut funktioniert,

00:09:48: weil die Jungs das echt ganz gut im Griff haben. Ich sage auch

00:09:51: immer, eine Absprache, bevor alle losdüsen, ist ja schon

00:09:55: mal das wichtigste. Und dann eben so Fälle

00:09:59: wie, wer fährt zu welchem Trecher? Und dass eigentlich auch

00:10:02: immer klar ist, der, der... Also, wir hatten halt immer so eine

00:10:06: Reihenfolge, ne? Der 1., der Voll war weg, der

00:10:09: nächste und so weiter und die Reihenfolge ist halt auch eigentlich so geblieben und

00:10:13: von daher hat's gar nicht so viel Kommunikation während des

00:10:17: Dreschens bzw. Der Funkgeräte gebraucht. Also das hat schon

00:10:20: alles top funktioniert, muss ich ganz ehrlich sagen. Muss ich mein Team an der

00:10:24: Stelle auch mal loben. Das darf gerne so weitergehen. Das

00:10:28: hat richtig Spaß gemacht. Sehr gut. Ja, Carina, würde

00:10:32: ich sagen, wir haben heute mal wieder einen Gast dabei.

00:10:36: Den wollen wir natürlich jetzt nicht lange warten lassen. Da geht es ja wahrscheinlich auch

00:10:38: wieder Richtung Erntethemen etc. Lasst euch

00:10:42: überraschen. Dann holen wir ihn jetzt mal dazu. Sehr

00:10:45: gerne.

00:10:51: So, jetzt sind wir hier mit unserem Gast. Lennart ist dabei,

00:10:54: seines Zeichens Pflanzenbauberater in Mitteldeutschland, also rund

00:10:58: seine Heimat in Hessen, wie man auf der Internetseite sehen kann. Und du

00:11:02: beschäftigst dich hauptsächlich mit der Grunddüngung und dem Boden. Und

00:11:05: das passt natürlich super zusammen, Boden und Lämmchen und dann noch

00:11:09: Boden und Stäbchen. Ich wollte gerade sagen. Das passt ja wie

00:11:13: die Faust aufs Auge. Vielen Dank, Lennart, dass du dir heute die Zeit

00:11:17: genommen hast, dabei zu sein und uns von deinem Lebensalltag als

00:11:21: Pflanzenbauberater zu erzählen. Vielen Dank für die Einladung. Moin

00:11:24: Lennart, schön, dass du mit dabei bist. Ich würde sagen, wir fangen doch direkt mal

00:11:28: mit der Einleitung an, die zu vervollständigen. Erzähl unseren

00:11:32: Zuhörern doch gerne mal, wo du herkommst, hat Johannes ja schon gesagt, aber wie so

00:11:35: dein Werdegang war, wie bist du zu dem geworden, was du heute

00:11:39: bist? Ja, auch dir guten Morgen, Carina. Also geht der

00:11:42: 10-Minuten-Monolog dann jetzt los. Ihr müsst mich unbedingt dann einbremsen,

00:11:47: wenn es dann zu lange wird. Genau, Ich komme aus

00:11:50: Nordhessen, Südniedersachsen. Zur groben Orientierung sah ich

00:11:54: zwischen Kassel und Göttingen. Bin 31 Jahre

00:11:57: alt. Pflanzenbauberater, wie bereits angekündigt.

00:12:01: Mache einen Betrieb zu Hause mit meinem Vater, einen Reihenackerbaubetrieb.

00:12:05: Und das war dann auch, denke ich mal, so der Ursprung, wie ich dann zur

00:12:08: Pflanzenbauberatung gekommen bin. Man ist groß geworden, man

00:12:12: hat ein Abi gemacht, man hat sich gefragt, womit man später die Brötchen

00:12:15: verdienen kann. Und ja, da ist er dann der landwirtschaftliche

00:12:19: Betrieb. Man hat aber auch noch einen Vater, der noch jung und frisch und dynamisch

00:12:23: ist und dann auch noch natürlich kräftig mitarbeitet.

00:12:26: Und ja, so ging dann der Weg zum Studium. Und über

00:12:30: einen kurzen Umweg über Göttingen habe ich dann festgestellt,

00:12:34: dass ich nicht zur Uni passe oder die Uni nicht zu mir passt und

00:12:38: bin dann nach Soest zur Fachhochschule gewechselt

00:12:42: und bereue es auch bis heute keine einzige Sekunde. Also

00:12:46: du hast dann quasi deine Fachhochschule in Soest studiert

00:12:51: und wie bist du dann, sag ich mal, Hast du noch Erntehelfer-Tätigkeiten gemacht oder wie

00:12:54: bist du jetzt dann über Praktika

00:12:58: bei der Beratungsfirma, der Pflanzenbauberatungsfirma, wie bist du denn

00:13:02: dann da später gelandet?

00:13:06: Ich habe nach dem Abi direkt angefangen zu studieren und da hat mir dann die

00:13:09: Ausbildung gefehlt und im Studium mussten wir entweder eine Ausbildung

00:13:13: nachweisen oder eben 6 Monate Praktikum. Und diese 6 Monate

00:13:17: Praktikum mussten wir dann aber erst, glaube ich, bis zum dritten oder vierten Semester

00:13:20: nachweisen, weiß ich gar nicht mehr so genau. Und da habe ich dann neben

00:13:24: dem Studium bei einem Lohnunternehmen und Schweinemäster

00:13:28: gearbeitet und dann noch so ein bisschen praktische Erfahrung gesammelt. Natürlich neben

00:13:32: der praktischen Erfahrung, die man dann eben zu Hause schon auf dem Betrieb gesammelt hat.

00:13:36: Man sagt ja immer, mal runter von der eigenen Scholle, also auch mal was anderes

00:13:39: sehen. Und das tut in der Soesterbörde natürlich ganz

00:13:43: gut, wenn man da die fast perfekten Böden

00:13:47: unter den Füßen hat oder unter den Maschinen hat und dann wieder auf die

00:13:50: heimischen Kalksteinverwitterungsböden kommt.

00:13:54: Das ist dann immer mal ab und zu depressiv, aber nein, das passt

00:13:58: soweit schon. Zur Pflanzenbauberatung bin ich dann über

00:14:02: ein Praktikum bzw. Über die sogenannte

00:14:05: unternehmensbezogene Projektarbeit gekommen, die wir im dritten Semester im

00:14:09: Master schreiben mussten oder schreiben durften. Damals bin

00:14:13: ich dann auch auf Anraten von einem Kumpel, der die

00:14:17: Firma eben schon kannte, die Hanse Agro, habe ich mich dann da

00:14:20: vorgestellt und habe dann eine unternehmensbezogene

00:14:23: Projektarbeit bei der Unternehmensberatung tatsächlich

00:14:27: geschrieben. Die Firma ist nämlich aufgeteilt einmal in die Pflanzenbauberatung

00:14:31: und hat eben auch noch ein Tochterunternehmen als Unternehmensberatung.

00:14:35: Und da habe ich meine Arbeit geschrieben, aber eben Praktikum dann bei den Pflanzenbauern

00:14:39: gemacht, sodass ich quasi dieses Rundum-Sorglos-Paket dann quasi hatte.

00:14:44: Und Dann hast du jetzt quasi dann nach deinem Master

00:14:47: da dann auch angeheuert oder bist du dann dabei geblieben, weil da

00:14:51: sind ja auch immer wieder Stellen ausgeschieden, auch als Werkstudenten oder Studenten,

00:14:55: die dann mitarbeiten. Wie kommt man dann dazu, das dann auch

00:14:59: später nach dem Studium zu machen? Es kommt dazu, indem

00:15:02: man plötzlich ganz viel Sympathie für eine Firma

00:15:06: beziehungsweise auch für die Arbeit 1 Firma hat. Es hat mir sehr viel Spaß

00:15:09: gemacht, da das Praktikum. Einfach diese Vielfältigkeit. Natürlich muss man auch

00:15:13: Versuche bonitieren, Da komme ich natürlich dann später noch zu. Was natürlich immer

00:15:17: eine Menge viel Spaß macht. Auch bei Wind und Wetter über den Acker zu laufen,

00:15:21: Pflanzen zu zählen und Krankheiten zu schätzen und

00:15:24: alles, was eben dazu gehört. Ich habe dann aber auch meine

00:15:28: Masterarbeit dargeschrieben. Also Ich bin dann quasi von der Projektarbeit dann direkt zur

00:15:32: Masterarbeit, wo ich während der Praktikumstätigkeit

00:15:36: eben auch die Versuche schon mitbonitiert hatte, habe ich das dann im Master eben

00:15:40: noch weiter gemacht, mich mit dem Thema dann beschäftigt, ging im

00:15:43: Groben und Ganzen Vereinzelung von Getreide, das war so das

00:15:47: Kernthema Und ja, das hatte auch Spaß gemacht,

00:15:51: hat ganz gut geklappt. Und dann hatte ich, ja, nachdem ich

00:15:55: fertig war mit meinem Master, dann eben auch das Angebot bekommen, Mensch, du

00:15:59: machst ganz gute Arbeit. Und wir

00:16:02: suchen auch noch jemanden zur Verstärkung unseres Teams.

00:16:06: Und dann dachte ich, ja klar, ein bisschen Zeit habe ich natürlich noch,

00:16:10: bis ich zu Hause vielleicht auf den Betrieb gehe, vielleicht auch nicht. Das steht natürlich

00:16:13: alles gerade in den Sternen, weil Landwirtschaft

00:16:17: ist natürlich sehr unvorhersehbar, die Betriebe wachsen immer weiter

00:16:21: und der Kostendruck ist da und die Erlöse auf der

00:16:25: anderen Seite eher stagnierend bis leicht zurückgehend der Moment.

00:16:29: Und dann konnte ich mich eben dafür entscheiden, bei der Hanse Agro zu arbeiten,

00:16:33: Pflanzenbauberater zu werden und quer durch Mitteldeutschland

00:16:36: und bis nach Luxemburg zu touren. Nicht schlecht, weil du

00:16:40: eben sagtest, dass du ja kurz dann auch mal beim Schweinemäster

00:16:44: untergekommen warst. Hatte ich nämlich die Frage noch vorher auf dem Schirm. Du hast ja

00:16:48: gesagt, auch Ackerbaubetrieb zu Hause. War für dich direkt klar, dass es

00:16:52: in die Richtung Pflanze geht? Oder hätte es auch sein können, dass

00:16:55: du dich vielleicht auf was Tierisches einlässt?

00:16:59: Da muss ich enttäuschen. Also der Bezug zu den Tieren,

00:17:03: der hat mir leider immer so ein bisschen gefehlt. Also zum Hofhund, na klar, der

00:17:07: war immer ganz ganz vorne auf der 1. Wir haben tatsächlich zu Hause eine

00:17:11: kleine Schwarzkopfschafherde, die noch so ein

00:17:14: bisschen unser Grünland quasi bewirtschaften. Das ist aber eher ein

00:17:18: Hobby als tatsächlich ein gewinnbringender Betriebszweig.

00:17:23: Das ist die große Leidenschaft von meinem Onkel, der sich da tagein, tagaus mit

00:17:26: beschäftigt und sich auch gut umkümmert. Ja,

00:17:30: genau, das ist so das Thema. Und während des

00:17:34: Praktikums, ja, also dieses Schweinestall waschen

00:17:37: hat tatsächlich Spaß gemacht, Aber auch nur, weil ich wusste, es ist 1 Tages wieder

00:17:41: vorbei. Das ist keine Tätigkeit für die

00:17:45: Ewigkeit. Das habe ich für mich beschlossen. Ich kann da natürlich nicht für alle

00:17:48: sprechen, aber so richtig ist der Funk

00:17:52: nicht übergesprungen, muss ich sagen. Vielleicht mal noch ein paar Laufenten oder so was

00:17:55: im Garten oder mal 2 Schweine, das kann ich mir schon noch vorstellen,

00:18:00: Aber ich denke, da hört es dann erstmal mit auf. Du hast jetzt

00:18:03: ja auch eine der unschönsten Tätigkeiten in der Masse Schweinehandwerk als Beispiel

00:18:07: aufgeführt. Ich glaube, das habe ich auch schon im Podcast erzählt, mir hat auch mal

00:18:11: Schweinestall waschen Spaß gemacht, weil ich wusste, da ist so ein Tag, dann kriegt man

00:18:14: einen drumherum, Dann hat man ein bisschen Musik dabei gehört und so, den

00:18:18: Stall schön sauber gemacht. Man hat immer ein Vorher-Nachher-Ergebnis gesehen. Das ist ja wie, wie

00:18:21: manche anscheinend jetzt YouTube-Videos angucken, wie manche Leute ihre Terrasse mit dem

00:18:25: Hochdruckreiniger sauber machen. Du bist dieser

00:18:29: eine.

00:18:33: Das ist schon, Es gibt ja auch viele schöne andere Sachen wie Füttern,

00:18:37: Tierpflege, die Tierkontrollierung. Kann

00:18:40: man ja schon fast parallel ziehen zu deinem jetzigen Job als Pflanzenbauberater,

00:18:44: halt nur mit Pflanzen und nicht mit Tieren. Ja, also

00:18:48: das sollte jetzt auch nicht despektiert klingen. Also ich habe da größten

00:18:51: Respekt vor Leuten, die mit Tieren

00:18:55: arbeiten. Ich habe selbst im Freundeskreis auch jemanden, der da auch in der

00:18:58: Maske ganz groß unterwegs ist und kriege das natürlich auch 1. Hand mit, was da

00:19:02: auch für Arbeit hinter steckt. Also großes Lob und großen Respekt

00:19:06: für jeden, der sich mit Tieren auseinandersetzt. Mir fehlt da einfach

00:19:10: dieser Zugang zu. Also dieser grüne Daumen, den ich habe, auf der anderen Seite für

00:19:13: die Pflanzen. Ich weiß gar nicht, was das äquivalent ist für Menschen, die sich mit

00:19:17: Tieren so beschäftigen können. Ich weiß nicht, welche Farbe dieser Daumen dann

00:19:20: hat. Aber da hast du schon Rechnung. Wenn man

00:19:24: da keine Leidenschaft für hat, dann macht es auch einfach nicht so viel

00:19:28: Spaß. Ich glaube, das ist ja wohl jedem klar. Ja gut, Das merkt man ja

00:19:32: immer im Job oder im Alltag. Auch mal losgelöst von der Landwirtschaft.

00:19:36: Wer einen Beruf oder einen Job hat, wo er keinen Spaß für

00:19:39: hat, das sieht man ja den Menschen dann eben auch an. Da hast du ja

00:19:42: eine ganz andere Motivation, durch den Tag zu gehen. Wenn du keinen Bock hast auf

00:19:46: das, was du machst, deine Brötchen zu verdienen, dann weiß ich nicht,

00:19:50: wie da die Lebensqualität sinkt. Also merklich schon

00:19:53: deutlich. Absolut. Aber das ist ein gutes

00:19:57: Stichwort, finde ich. Wie muss man sich jetzt deinen Job vorstellen,

00:20:01: womit du denn jetzt deine Brötchen verdienst als Pflanzenbauberater. Du hast jetzt gerade gesagt, du

00:20:04: bist in Mitteldeutschland unterwegs. Aber wie sieht denn

00:20:08: jetzt bei dir so ein Arbeitsalltag aus?

00:20:12: Ich weiß, dass es sehr saisonabhängig ist, wie sich wahrscheinlich auch jeder Landwirt

00:20:15: vorstellen kann. Aber sagen wir mal so ein typischer, vielleicht können

00:20:19: wir das auch fast im Jahresverlauf mal sehen, wenn du jetzt ach, wir sind jetzt

00:20:23: mal im Februar, was sind da so deine Tätigkeiten und wie

00:20:26: entwickelt sich das so im Jahr? Also der diesjährige Februar war noch

00:20:30: relativ entspannt, weil noch Schnee lag. Wir sind ja dieses

00:20:33: Jahr etwas später gestartet, weil wir da

00:20:37: tatsächlich den Winter erstmal rumgehen lassen wollten. Man kann

00:20:40: auch mal mit einem Besen den Schnee von den Pflanzen runterfegen

00:20:44: und sich sie dann angucken, was aber auch nicht immer unbedingt sinnvoll

00:20:48: ist, weil wir auch nicht so weit in die Zukunft blicken können und sagen, letztendlich,

00:20:51: wann springen die Bestände an, wann geht das Wachstum los und wann sind wir überhaupt

00:20:54: auf dem Acker unterwegs mit diversen Maßnahmen. Also deswegen habe ich

00:20:58: jetzt persönlich für mich den Februar etwas ruhiger angehen lassen, natürlich

00:21:02: mit der Büroarbeit, die natürlich ganz klar dazugehört. Aber ich denke

00:21:06: mal, auf was du hinaus möchtest, ist dieser Beratungsalltag, wenn ich quasi auf Beratung

00:21:09: bin. Und wie du schon richtig sagst, ist es auf jeden Fall ein Saisongeschäft.

00:21:13: Geht irgendwann, je nach Region, Wir sind ja in ganz Deutschland unterwegs.

00:21:17: Geht das dann eben Mitte, Ende Februar los. Und sind ja

00:21:21: dann, oder unser Kerngeschäft ist ja die Vor-Ort-Beratung bei den

00:21:24: Landwirten auf den Betrieben. Das heißt, jeder von uns hat eine

00:21:28: gewisse Anzahl an Betrieben, die er betreut. Und dann sind wir

00:21:32: im 3-4 Wochen-Rhythmus, je nachdem, auf den Betrieben unterwegs.

00:21:36: Machen die klassische Feldrundfahrt oder den Felderkiek oder je

00:21:39: nachdem aus welcher Region man kommt gibt es da ja zig verschiedene Bezeichnungen für,

00:21:44: haben dann natürlich die Aufgabe die Bestände anzusprechen,

00:21:48: schauen in welchem Entwicklungsstadium befindet sich die Kultur,

00:21:52: was fällt auf, wie ist der Düngebedarf, was müssen wir an Pflanzenschutz

00:21:56: vielleicht in der nächsten Zeit machen, was steht an Wachstumsreglern an, Fungiziden,

00:22:00: Insektiziden, Herbiziden, also quasi die ganze Palette. Und dann stellen wir

00:22:03: dann eben gemeinsam mit den Betrieben einen Plan auf für die nächsten 3

00:22:07: Wochen, die dann im Optimalfall dann auch so nach und nach abgearbeitet

00:22:11: werden können. Und nach 3 Wochen oder 4 Wochen, je nachdem, kommen wir dann

00:22:15: wieder und machen quasi die gleiche Tour und planen dann die nächste Zeit wieder

00:22:18: voraus. So, das war jetzt aber nicht der Tagesablauf, nach dem du gefragt

00:22:22: hattest. Das war nur nochmal Grundsätzliches dazu.

00:22:25: Ja, also der Tag beginnt im Optimalfall mit einem

00:22:29: Frühstück und mit 1 möglichst kurzen Anfahrt

00:22:33: zum Betrieb. Und dann haben wir je nach Betriebsgröße, das variiert

00:22:37: natürlich deutlich, auch in welcher Region man unterwegs ist, sind wir

00:22:40: dann 2, 3, 4, manchmal 6, 7 Stunden auf den Betrieben unterwegs.

00:22:45: Im Optimalfall gibt es im Mittag auch noch eine Pause, dass es etwas zu

00:22:48: essen gibt. Dann ist man viel auf dem Beifahrersitz

00:22:52: unterwegs als Berater und versucht, gute

00:22:56: Stimmung zu verbreiten. Man schaut sich die

00:23:00: Kulturen an und dient dem Landwirt als Ansprechpartner,

00:23:04: als Sparringpartner. Die Landwirte machen sich natürlich auch ihre Gedanken, was steht

00:23:08: jetzt an, haben natürlich Erfahrungen aus den letzten Jahren, aber es ist

00:23:11: ja immer noch so ein bisschen, ihr kennt das ja selbst auch aus der praktischen

00:23:14: Landwirtschaft, dass man nochmal so eine Bezugsperson hat, die man nochmal

00:23:18: fragen kann für eine letztendliche Entscheidungsfindung. Und da

00:23:21: wollen wir natürlich dann eben dafür da sein, eben dieser Ansprechpartner

00:23:25: zu sein, da eben das Know-how, was wir über jetzt mittlerweile

00:23:29: Jahrzehnte angesammelt haben, das dann entsprechend den Landwirten mit an die Hand

00:23:33: zu geben und als Entscheidungshilfe sozusagen zu dienen.

00:23:37: Und ja, so besteht dann quasi der Alltag. Und dann hat man, je

00:23:40: nachdem, wo man unterwegs ist, ein, 2, manchmal 3 Termine am Tag.

00:23:45: Und wenn man eben weiter wegfährt, so wie ich jetzt Richtung Luxemburg, da bin ich

00:23:48: dann eine ganze Woche unterwegs. Das heißt, es wird dann abends irgendwo im Gasthaus

00:23:52: eingekehrt bei deftigem Abendessen.

00:23:57: Und die Abschlussfrage schon mal vorwegzunehmen.

00:24:01: Später. Ja, genau. Und ja, da wird

00:24:05: nochmal das Protokoll nach nachgearbeitet. Wir haben alle immer unser unser Tablet

00:24:09: dabei, wo wir dann in 1 schönen Excel-Tabelle dann quasi die

00:24:13: Maßnahmen auch notieren, wann was wie wo zu machen ist. Und das wird

00:24:16: dann eben nochmal kontrolliert. Und dann hat der Landwirt eben quasi einen

00:24:20: Fahrplan an der Hand, dann eben die nächsten 3 Wochen

00:24:24: seine Arbeit zu machen. Du sprachst eben von eurem

00:24:28: Know-how und da ist direkt eine Frage bei mir im Kopf aufgeploppt,

00:24:31: Thema Weiterbildung. Also ich könnte mir vorstellen, also ihr müsst ja auch

00:24:35: immer bei allem auf dem neuesten Stand sein. Das ist vielleicht auch ein bisschen

00:24:39: schwieriger geworden in den letzten Jahren, gerade was

00:24:42: die Verfügbarkeit von Mitteln im Thema Pflanzenschutz,

00:24:47: welche Mittel sind verboten, welche kommen neu dazu, wo gibt es Zulassungen und so

00:24:50: weiter und so fort. Wie macht ihr das? Habt ihr dann, sag ich

00:24:54: mal so im Winter, dann auch regelmäßig Weiterbildung,

00:24:58: Schulung und so, damit ihr da auf dem neuesten Stand bleibt? Ja, also das

00:25:02: ist extrem wichtig. Da sprichst du einen sehr guten und auch, denke ich, einen

00:25:05: interessanten Punkt an. Natürlich lebt unser Beratungsdasein

00:25:09: gerade von den Jüngeren. Ich zähle mich jetzt einfach mal noch zu den jüngeren Beratern.

00:25:12: Ich bin jetzt seit 5 Jahren dabei.

00:25:16: Da gibt es natürlich dann unter anderem die Firmengründer, die eben seit 30 Jahren

00:25:20: plus dabei sind im Thema Pflanzenbauberatung. Und da ist natürlich klar, dass die eine

00:25:23: ganze Menge schon erlebt und auch gesehen haben. Das ist natürlich eine

00:25:27: Hauptquelle, von der wir jungen Kollegen gerade immer wieder zehren.

00:25:31: Dann ist aber ganz klar, der Winter, wie du sagst, da werden wir uns

00:25:35: viel fortbilden. Wir haben auf der einen Seite Seminare,

00:25:39: die wir ausarbeiten für Landwirte, wo wir dann Fachthemen

00:25:42: beleuchten, ob das jetzt Grund-Boden-Bearbeitung ist, nochmal

00:25:46: einen Bezug zu Lemken zu bekommen. Oder ob das dann

00:25:50: eben Saattechnik ist oder über irgendeine spezielle Kultur.

00:25:53: Maisanbau, Rübenanbau, Getreideanbau, Rapsanbau,

00:25:57: Grunddüngung. Also die Themen sind sehr Vielfältig. Vor 2, 3

00:26:01: Jahren war ja so Hacken und Striegeln, also mechanische Unkrautbekämpfung,

00:26:05: wo diese ganze Glyphosat-Debatte sehr am Kochen war, sehr groß. Da haben wir

00:26:09: dann speziell ein Seminar aufgebaut zum Thema Hacken, Striegeln, Streicheln

00:26:13: haben wir es dann genannt, da diese ganzen Themen eben mit zu beleuchten,

00:26:17: was mechanische Unkrautbekämpfung angeht. Das ist ein Weg, mit dem wir

00:26:20: uns fortbilden. Dann sind wir aber auch selbst im Austausch

00:26:24: mit der Industrie. Also es bleibt natürlich nicht aus. Klar, man muss ja mit

00:26:28: allen zusammenarbeiten und Das macht dann natürlich auch Spaß, weil

00:26:32: die natürlich auch dann wieder ihre eigene Forschung haben und ihre Entwicklung. Und da mal

00:26:35: ins Gespräch zu kommen, ist auch immer wieder interessant. Dann ist es so, dass wir

00:26:39: auch ein Versuchswesen haben. Das heißt, das besteht aus

00:26:43: Kleinparzellenversuchen, wie man sie eben kennt. Das machen wir in erster

00:26:46: Linie oben an dem Versuchsgut von der FH Kiel,

00:26:50: wo wir da viele Kleinparzellenversuche haben, eben auch im Auftrag von der

00:26:54: Industrie, wo dann auch mal neue Produkte getestet werden können, die dann auch

00:26:57: irgendwo in 2, 3 Jahren eben erst auf den Markt kommen. Dass wir da auch

00:27:01: schon mal so ein bisschen Wissensvorsprung in Anführungszeichen haben,

00:27:05: das auch dann entsprechend auf die anderen Standorte, wo wir unterwegs sind,

00:27:08: übertragen zu können, weil natürlich oben in Kiel anderes Klima ist

00:27:12: als unten in Stuttgart auf der Schwäbischen Alm. Also da gibt es natürlich schon

00:27:16: Unterschiede. Das ist noch ein Punkt, also unser Versuchswesen, wo wir auch

00:27:20: viele On-Farm-Versuche dann eben machen. Das ist ja auch ein großes Thema, wenn man mal

00:27:23: so die letzten 2 Agritechnicas oder jetzt auch bei den

00:27:27: Feldtagen unterwegs gewesen ist, da hört man ja auch immer mal wieder diesen Begriff On-Farm-Versuche,

00:27:31: also dass man quasi noch mehr Ergebnisse aus der

00:27:34: Praxis tatsächlich auch beziehen kann. Also so ein Parzellenversuch

00:27:39: oder ein Laborversuch ist natürlich immer noch mal was anderes, als es dann tatsächlich

00:27:43: auch dann wiederzufinden, die Ergebnisse, die erhofften Ergebnisse

00:27:47: oder gewünschten Ergebnisse dann draußen auf der Fläche.

00:27:52: Und was auch noch ein Thema ist, wir haben eine Sommerwoche

00:27:56: und eine Winterwoche, wo alle Kollegen gemeinsam zusammenkommen. Das sind dann

00:28:00: alle Kollegen aus Deutschland. Wir haben ja noch Kollegen aus

00:28:04: Polen und aus Ungarn. Also wir sind nochmal eine

00:28:07: kurze Vorstellungsrunde zu machen. Also wir haben ja die Beratungsrunde

00:28:11: in Deutschland, wo wir eigentlich in ganz Deutschland unterwegs sind. Natürlich ursprünglich

00:28:15: aus dem Norden oder aus den neuen Bundesländern. Aber mittlerweile haben wir uns

00:28:19: ja in ganz Deutschland ausgebreitet oder versuchen uns auch noch weiterhin

00:28:23: auszubreiten, vor Ort präsent zu sein. Und dann betreuen wir

00:28:27: eben auch noch Länder wie Polen, Ungarn,

00:28:30: Rumänien, Österreich, Luxemburg in meinem Fall oder auch im

00:28:34: Baltikum sind wir unterwegs, in Litauen und Lettland. Und seit

00:28:38: 10, 12 Jahren, das weiß ich jetzt gerade gar nicht genau, schlecht vorbereitet,

00:28:42: haben wir ein Partnerunternehmen damals gegründet in Chile, also in Südamerika,

00:28:46: wo auch Berater vor Ort sind, auch ein eigenes Versuchswesen

00:28:50: besteht und wo eben auch Pflanzenbauberatung gemacht wird. Da fährt

00:28:53: dann ein oder fliegt ein Kollege zweimal im Jahr dann runter,

00:28:57: betreut dann vor Ort die Kollegen, Bildet sie aus

00:29:00: oder tauscht sich mit ihnen aus. Und genau, das

00:29:04: ist nochmal ganz grob, wo wir geografisch uns befinden und

00:29:08: wo wir uns bewegen.

00:29:11: Und genau, was wollte ich jetzt noch sagen? Genau, unsere Sommerwoche, die

00:29:15: jetzt gerade stattgefunden hat zur Fortbildung. Wo wir

00:29:19: dann entsprechend zusammenkommen und auch diese

00:29:23: Sitzungen in Anführungszeichen haben, wo wir einen Saisonrückblick machen, wo wir schauen,

00:29:27: was ist dieses Jahr aufgefallen, dieses Frühjahr, Was

00:29:31: ist in den einzelnen Sorten, was ist regionalerweise

00:29:35: aufgetreten, Schädlinge, Unkräuter, was hat geklappt, was hat nicht so

00:29:38: gut geklappt. Also einfach ganz runtergebrochen, was waren die Beobachtungen des

00:29:42: Jahres. Darüber tauschen wir uns aus, dann natürlich immer aktiv zu

00:29:45: bleiben. Das Ganze findet nicht nur während der Sommerwoche statt, sondern

00:29:49: auch tatsächlich im Beratungsalltag. Also wir kommen in Deutschland alle 3 Wochen mit den

00:29:53: Beratern zusammen, also im relativ engen Takt, einfach up to date zu

00:29:57: sein. Also das ist natürlich auf der einen Seite Ausbildung für die jüngeren Kollegen,

00:30:01: aber eben auch Austausch, der enorm wichtig ist bei uns in der Beratung. Man stellt

00:30:04: das ja auch im Beratungstermin immer wieder fest. Es kommt eigentlich fast immer

00:30:08: die Frage, und wie sieht es in den anderen Regionen so aus? Und das ist

00:30:11: ja das, wo man dann natürlich aus dem Nähkästchen plaudern kann.

00:30:15: Gerade bei mir, ich bin ja relativ viel unterwegs, von der Magdeburger

00:30:19: Börde bis Luxemburg und einmal quer rüber.

00:30:23: Da sieht man natürlich viele verschiedene Boden-Klima-Räume,

00:30:27: viele verschiedene Situationen. Und das ist dann doch immer spannend, dass

00:30:31: man auch mal was erzählt, was man eben nicht schon weiß von dem

00:30:34: eigenen Betrieb. Und bei so 1 Sommerwoche ist dann halt eben

00:30:38: neben dem internen Austausch, besuchen wir dann auch

00:30:41: verschiedene Firmen. Jetzt auch einen Technikhersteller,

00:30:45: der eine andere Farbe als Blau hat. Der war rot und ist

00:30:49: in Süddeutschland ansässig. Da waren wir und

00:30:53: hatten eine super Vorführung. Das muss man sagen. Die haben sich da sehr viel Mühe

00:30:55: gegeben, einfach mal auf dem technischen Standort zu bleiben, da auch mal Themen

00:30:59: anzusprechen, die uns dann eben in der Praxis auch an den Maschinen aufgefallen sind und

00:31:02: dann halt da die Gedankengänge zu vollenden, zu fragen, wie sieht's aus,

00:31:06: gibt's da Alternativen oder Verbesserungsvorschläge oder

00:31:10: auf welchen Standorten seht ihr die Maschine, dass man sich natürlich mit den

00:31:13: Herstellern direkt auch austauschen kann. Dann waren wir an der Hochschule

00:31:17: Weinstephan-Triesdorf, was auch eine sehr interessante Geschichte gewesen

00:31:20: ist, wo man eben auch nochmal quasi die Vorlesungsbank dann zwischenzeitlich gedrückt

00:31:24: hat und da noch ein bisschen Austausch dann hatte mit den

00:31:28: Mitarbeitern von dort und den Professoren. Und die sind

00:31:31: ja auch sehr bemüht, gerade was Landtechnik angeht, muss man auch nochmal hervorheben, da waren

00:31:35: auch viele Maschinen in blau, also alles gut. Ihr habt ja auch Glück

00:31:39: gehabt, weil die ja ihren Johannitag hatten, da waren ja

00:31:43: von allen Herstellern natürlich noch viele Lemken-Produkte,

00:31:46: sogar größere glaube ich tatsächlich. Ja, wurde auch extra

00:31:50: betont, auch für die Region vielleicht nicht ganz angepasste

00:31:53: Arbeitskreisen. Die hatten da eine 10-Meter-Kurzscheiben-Ecke

00:31:57: tatsächlich. Also die ist wirklich untypisch für die Region, Aber die brauchen die

00:32:01: da für irgendwas. Genau. Und da hatten wir, wie du sagst, extrem

00:32:05: viel Glück. Die Maschinen standen fast alle noch da. Da hatten wir nochmal einen

00:32:08: kurzen Dreh gemacht. Ich glaube, wann war das denn?

00:32:12: Den Dienstag war das. Da waren auch noch so sportliche 30, 32 Grad in der

00:32:15: prallen Sonne. Man möchte ja nicht immer viel meckern oder über das Wetter reden,

00:32:19: aber man kommt ja nicht drumrum in der Landwirtschaft. Und da sind wir dann auch

00:32:23: ganz gut durchgekocht gewesen, aber das war höchst interessant. Und

00:32:26: auch nochmal den Blick von anderen zu hören,

00:32:30: wie Sie die Maschinen so bewerten und wo die Hauptaufgaben

00:32:35: von den Technikherstellern für die Zukunft liegen. Das ist

00:32:39: immer interessant, da mit am Ball zu bleiben und sich darüber auszutauschen, was ja

00:32:43: auch für uns im Beratungsalltag enorm wichtig ist. Ich habe es angesprochen, viele

00:32:46: verschiedene Boden-Klima-Räume. Und da ist natürlich klar,

00:32:50: dass jeder Standort irgendwie so seine Spezialitäten hat

00:32:54: oder auch danach fragt, welche Technik nun letztendlich

00:32:58: da hinpasst. Das heißt, du musst schon so den

00:33:01: Allround Blick dann auch für alles haben. Wenn du jetzt mein Pflanzenbauberater

00:33:05: bist und ich sag mal angefangen bei welche Sorte baue ich

00:33:09: denn am besten an hier in meiner Region bis hin zum Pflanzenschutz, könntest

00:33:13: du mir bei allem dann weiterhelfen. Also ihr seid alle für alles

00:33:16: zuständig, oder? Genau. Man soll man

00:33:20: ja eigentlich gar nicht sagen. Ich reagiere manchmal etwas zickig, wenn ich als

00:33:24: Pflanzenschutzberater bezeichnet werde. Das gehört natürlich

00:33:27: auch mit zur Beratung, ist keine Frage. Aber wie du sagst, ist das rund

00:33:31: Sorglospaket. Also das geht ja jetzt gerade wieder los.

00:33:35: Nach der Ernte, vor der Ernte. Und dann sind zum Beispiel Thema Grunddüngung ist

00:33:39: ein ganz elementarer Baustein. Wie ihr ja wisst, was das

00:33:43: kleine Einmaleins eigentlich sein sollte, aber wo man halt doch noch hier und

00:33:46: da Handlungsbedarf hat. Jetzt nicht nur bei den Betrieben, die wir beraten, sondern

00:33:50: man sieht das ja, wenn man so durch die Republik fährt. Grunddüngung ist ein

00:33:54: riesiges Thema, wo man sich mit beschäftigen muss. Und dann ist es

00:33:57: ganz klar Fruchtfolgegestaltung, Ungräser,

00:34:01: Ackerfuchsschwanz, Weidelgras. Das ist ja so ein Thema, wo wir

00:34:05: uns natürlich enorm damit beschäftigen müssen, dass wir eben eine Fruchtfolge auf die Standorte

00:34:09: bekommen, womit wir dann das Problem so ein bisschen in den Griff versuchen zu bekommen.

00:34:13: Also es gibt immer noch sehr gute Möglichkeiten, Aber da gibt es

00:34:17: eben viele kleine Zahnräder, die man drehen muss, da der

00:34:20: Sache Herr zu werden. Und dann ist es die kulturbegleitende

00:34:24: Beratung letztendlich. Also nachdem wir uns dann für ein Sortenportfolio entschieden

00:34:27: haben, geht es dann eben darum, die Kulturen vernünftig in den Winter

00:34:31: zu begleiten und dann im Frühjahr vernünftig dann wieder an die Hand zu nehmen

00:34:35: und aus dem Winter ins Frühjahr mit zu begleiten, zu schauen,

00:34:39: was brauchen wir, die Bestände dann eben fit für die Ernte

00:34:43: zu bekommen. Und hast du bei der Vielfalt deines

00:34:46: Jobs dann auch ein Thema, wo du richtig für brennst oder

00:34:50: zum Beispiel eine Lieblingskultur, wo du sagst, da gehe ich voll

00:34:54: drin auf oder wie gesagt, Thema Düngung, Pflanzenschutz,

00:34:58: was auch immer. Gibt es da was? Eine Lieblingskultur, ich

00:35:01: möchte jetzt nicht, dass sich eine benachteiligt fühlt,

00:35:05: aber Zuckerrüben machen mir eigentlich sehr viel Spaß.

00:35:09: Und ansonsten der Raps ist auch immer wieder schön, auch wenn es natürlich da

00:35:13: die letzten Jahre schon größere Probleme oder Herausforderungen

00:35:16: gab. Alles was jetzt Schädlingsaufkommen

00:35:20: angeht, natürlich Raps-Erdfloren im ersten Moment mal zu nennen, aber auch

00:35:24: der Raps-Glanzkäfer war dieses Jahr in einigen Regionen wieder

00:35:27: vermehrt da, wo wir ja eigentlich die letzten Jahre relativ viel Ruhe

00:35:31: hatten. Oder auch die Schotenschädlinge letztendlich. Also

00:35:34: das ist natürlich schon eine sehr große Herausforderung, gerade in dem

00:35:38: Bereich Insektizide, wo wir ja eigentlich versuchen, möglichst wenig zu machen.

00:35:42: Und wo man ja auch mal ehrlich sein muss, in vielen Regionen kann man auch

00:35:45: gar nicht mehr so viel machen, weil ja eine Resistenz eben einfach auch

00:35:49: schon da ist gegen verschiedene Schädlinge und ja, da müssen

00:35:53: wir jetzt nicht in die politische Schiene reinkommen und darüber diskutieren, ob

00:35:56: da eine Beize sinnvoller ist, als letztendlich mehrfach

00:36:00: wiederholt über die ganzflächige Behandlung dazu zu diskutieren. Ich

00:36:04: glaube, das werden wir hier heute nicht retten. Aber ja, das sind so

00:36:07: eigentlich so die 2 Kulturen, die sehr viel Spaß machen. Aber wie gesagt, eigentlich

00:36:11: alles. Also ich mag früh gesäten Weizen genauso wie einen

00:36:15: spätgesäten Weizen. Und bringt jeder ja so seine Herausforderungen

00:36:18: mit sich, was die Kultur oder die Bestandesführung angeht. Und von daher,

00:36:22: ja, das ist eigentlich so. Ich habe sie alle lieb.

00:36:27: Sehr diplomatisch. Ja. Jetzt habe ich noch mal eine

00:36:31: Frage. Du hast jetzt ja erzählt, ihr trefft euch alle 3 Wochen mit den Betrieben,

00:36:34: mit den Beratern und dann ja noch eure Sommer- und Winterwoche.

00:36:38: Bist du denn auch zu Hause auf deinem Betrieb oder bist du dann eigentlich

00:36:42: nur von Februar

00:36:46: bis November, Anfang Dezember, je nachdem wann der letzte

00:36:49: Rübenweizen gesät ist, unterwegs bist.

00:36:53: Wie läuft das dann ab? Ist das gebietsabhängig oder

00:36:57: wie muss man sich das vorstellen? Zu Hause bin

00:37:00: ich natürlich am Wochenende viel oder auch je nachdem welche Woche

00:37:04: gerade ansteht. Ich fahre natürlich meine Betriebe auch von zu Hause aus an. Also ich

00:37:07: bin nicht immer nur in der Ferne in Hotels und bin nie zu Hause.

00:37:11: Ich habe auch schon Zeiten, wo ich dann eben zu Hause auch

00:37:15: schlafen kann und dann der Weg zum Betrieb auch sehr kurz ist. Ja.

00:37:19: Und dann ist es so, dass ich quasi meine Arbeit für die Hansa

00:37:22: Agro dann auch zu Hause so ein bisschen dann übernehme. Also ich bonitiere unsere

00:37:26: Bestände, ich schaue, wie sieht es aus, was brauchen wir,

00:37:30: bestelle dann Pflanzenschutz, Dünger und so weiter und so fort, dass alles

00:37:34: parat steht. Und wenn ich dann selbst Zeit habe, mache ich natürlich auch eine

00:37:38: Menge selbst. Gerade was jetzt Aussaat angeht mit

00:37:41: der neuen Schlepper-Generation und mit

00:37:45: den selbst lenkenden Treckern, muss man mal sagen. Wir haben bis dato noch

00:37:49: sehr einen gut gepflegten alten Maschinenpark gehabt.

00:37:53: Und da ist jetzt vor 2 Jahren was Neues dazu gekommen. Und

00:37:57: Computer und Touch. Und ich weiß nicht, wie eure Erfahrung mit

00:38:00: der älteren Generation ist, aber ab und zu gibt es ja noch mal so ein

00:38:04: bisschen Berührungsängste, möchte ich es mal nennen. Und

00:38:08: da war so das Thema Aussaat dann ab dem Moment eigentlich in meiner

00:38:11: Hand, wobei ich natürlich meinen Vater schon sehr gut angelernt habe,

00:38:15: will ich hoffen. Ich hoffe mal nicht, dass er Gegenteiliges behauptet,

00:38:19: wenn er jetzt den Podcast dann auch hört und sagt, was für Quatsch er zählt.

00:38:22: Wenn er sich meldet bei dir, Carina, weiß ich schon. Ganz genau.

00:38:27: Das klingt gerne an mich. Genau das gleiche Thema, was wir jetzt eben vor der

00:38:30: Aufnahme hatten, wo dann einmal ganz kurz der FaceTime-Anruf die letzten technischen

00:38:34: Probleme lösen musste, habe ich dann auch manchmal den

00:38:37: FaceTime-Anruf mit meinem Vater und sage da und da drücken, probiert das doch

00:38:41: mal und dann klappt das eigentlich schon ganz gut. Nee und dann ist es eben

00:38:44: so, dass ich dann auch quasi wie

00:38:48: bei der Beratung mir einen Fahrplan überlege, was wann wie

00:38:52: wo gemacht werden könnte, müsste, sollte. Dann gibt es kleine

00:38:55: Zettelchen, da schreibe ich dann auf welches Mittel oder was halt eben

00:38:59: gemacht werden muss und die bekommt dann mein Vater Und wenn ich dann

00:39:03: eben auf Beratung bin, gibt er sich dann größte Mühe und

00:39:06: arbeitet das dann in dem Sinne dann nach und nach so ab. Und da sind

00:39:10: wir aber auch im regen Austausch. Also das macht ja die Kommunikation heute

00:39:13: wirklich sehr gut. Da gibt's mal ein Bild oder wir telefonieren natürlich dann auch gerade

00:39:17: in der heißen Phase, auch eigentlich jeden Tag und stimmen uns da ab.

00:39:20: Und das klappt eigentlich ganz gut. Und ich bin auch sehr froh, dass mein Vater

00:39:24: das so macht. Und ich denke, im Gegenzug ist er auch froh, dass ich das

00:39:27: so mache, dass ich ihn da unterstütze, alles was jetzt die

00:39:31: pflanzbaulichen Fragen angeht, dass er sich da nicht so viele Gedanken machen muss.

00:39:34: Natürlich geht er jetzt nicht mit Scheuklappen durch die Welt, sondern hat natürlich seine Augen

00:39:38: auch offen und schaut sich die Bestände an, was ja auch wichtig ist, weil er

00:39:42: natürlich auch noch mal mehr Erfahrung am Standort hat, logischerweise als ich. Aber

00:39:45: so teilen wir uns das ganz gut auf und das muss ich sagen, das

00:39:49: klappt sehr gut. Man muss ja dann sagen, dass

00:39:52: du doch dann schon relativ viel unterwegs bist, auch nur

00:39:56: tageweise, aber du bist dann ja meistens wahrscheinlich von morgens bis abends in der

00:39:59: Saison doch auf anderen Betrieben, was natürlich sehr interessant ist und

00:40:03: der Arbeit dient. Oder wie muss man sich das vorstellen jetzt dann?

00:40:07: Oder hast du da noch mal eine Woche im Frühjahr, wo du sagst, da ist

00:40:10: jetzt keine Beratung, weil dieser 3 Wochen Rhythmus, der

00:40:14: kommt sich quasi so aus, dass du dann 3 Wochen hast, davon ist eine Woche

00:40:16: sozusagen zwischendurch frei oder wie muss man sich das vorstellen? Also für

00:40:20: das private Leben eine perfekte Kombination Pflanzenbauberater

00:40:24: und Landwirt. Also besser geht es eigentlich gar nicht, wenn du keine Zeit haben

00:40:27: willst.

00:40:31: Das ist schon so ein bisschen so der Knackpunkt, aber im Grunde

00:40:35: versuchen wir uns natürlich auch so aufzustellen, dass man jetzt nicht 5

00:40:39: Tage die Woche permanent unterwegs ist. Dafür haben wir ja auch andere Aufgabenbereiche bei

00:40:42: uns in der Firma. Wir haben ja zum Beispiel auch ein News-Wesen, also unsere

00:40:46: Kunden bekommen Infos, tagesaktuell, zum

00:40:50: Beispiel jetzt im Frühjahr ist ja immer so ein Thema Rüsseler-Zuflug

00:40:54: und dann, weiß nicht, vor ein, 2 Jahren war dann auch 1 unserer

00:40:57: jungen Kollegen dann mit dem Kinderwagen unterwegs und hat dann festgestellt, oh, hier sind ja

00:41:01: die ersten Rüssler auf dem Kinderwagen, die sich hier ansammeln.

00:41:05: Und dann hat er das uns erzählt. Und dann geht das ruckzuck dann eben in

00:41:09: die News. Achtung, Rüsslerzuflug, Bestände, Gelbschalen jetzt kontrollieren.

00:41:13: Und das gehört auch dazu eben, dann tagesaktuelle Geschichten

00:41:17: dann eben mit, oder nicht Geschichten, News zu schreiben.

00:41:20: Und, ähm, ja. Aber es ist schon eine intensive Zeit, muss ich

00:41:24: sagen. Also, je nachdem, wie viele Betriebe du dann eben betreust, ich

00:41:28: werd jetzt keine genauen Zahlen nennen, Aber

00:41:32: man ist dann schon straff unterwegs. Das geht schon. Aber im Gegenzug hat man

00:41:36: dann eben auch diese entspanntere Zeit. In Anführungszeichen.

00:41:40: Jetzt so kurz vor der Ernte, ich sag mal so seit 14 Tagen ist es,

00:41:43: was die Beratung angeht, natürlich schon ruhiger. Die Landwirte bereiten sich dann

00:41:47: auf die Ernte vor. Die groben Maßnahmen sind alle gesetzt.

00:41:51: Man unterhält sich dann nochmal über Mais-Vitalisierung. Der sieht ja jetzt

00:41:54: gerade relativ bescheiden aus hier und da. Gerade in

00:41:58: Süddeutschland hat es ja weniger geregnet dieses Jahr. Da komme ich jetzt

00:42:01: gerade frisch her, nach einem Besuch bei meinem Bruder. Und da guckt man

00:42:05: natürlich zwangsweise immer in die Landschaft raus und schaut sich die Kulturen

00:42:09: an. Und ja, das sind dann immer noch so Themen oder Rüben. Die

00:42:12: Zuckerrüben, die wollen auch noch betreut werden, alles was jetzt Zerkostbaure angeht.

00:42:16: Da ist man dann noch im Austausch mit den Landwirten, aber ansonsten ist ja denke

00:42:19: ich mal alles bei den Standard Winterkulturen ist ja

00:42:23: gelaufen und da gibt es dann erstmal auch jetzt keinen akuten Beratungsbedarf. Da

00:42:26: sind die Landwirte dann auch mit sich und mit der Ernteverbereitung beschäftigt. Aber

00:42:30: gibt es dann auch vielleicht so eine Nachbereitung, sage ich jetzt mal, dass ihr

00:42:34: quasi so darüber sprecht hier, ne? Beispiel Wintergerste, da hatten wir jetzt

00:42:38: so und so viele Tonnen, ob das gut, ob das schlecht ist, also sprecht ihr

00:42:40: auch im Nachhinein dann darüber, was gut gelaufen ist, was vielleicht noch verbesserungswürdig

00:42:45: ist und so? Ja, also das gehört dazu, das muss man

00:42:48: ja auch so machen, weil sonst woher willst du wissen, war es gut oder war

00:42:52: es schlecht. Du musst über sprechen und da ist es im ersten Moment mal

00:42:56: natürlich das 1 zu 1 Gespräch mit den Betrieben,

00:43:00: wo Themen aufgekommen sind, wo dann der Landwirt hinterher sagt, ja hier, das und

00:43:03: das war gut, das und das, warum hat das nicht so gut geklappt? Was

00:43:07: natürlich nicht oft vorkommt, wenn es jetzt nicht unbedingt am Wetter

00:43:11: liegt. Aber da haben wir so zum Beispiel eine Ertragserfassung,

00:43:15: die wir dann durchführen mit den Landwirten, wo wir so einen Erfassungsbogen dann rausschicken,

00:43:18: der auch sehr beliebt ist bei den Landwirten, weil jetzt gerade während der Ernte, wo

00:43:22: sowieso viel zu tun ist, die Tage sind lang, sich dann noch abends an den

00:43:24: PC zu setzen und dann eben eine Excel-Tabelle auszufüllen, sorgt sich immer für

00:43:28: Begeisterung. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, bei allem Spaß, es ist

00:43:32: natürlich wichtig, eben Schlüsse aus der Beratung zu ziehen, zu schauen.

00:43:36: Beispiel, wenn wir 2 Sorten hatten auf der gleichen Fläche, so die eine hat eine

00:43:39: Tonne mehr gedroschen als die andere. So die Information muss natürlich fließen, weil sonst

00:43:43: können wir uns ja bei der Aussaatplanung dann diese Erkenntnis

00:43:47: nicht zu Nutze machen. Und das ist ja schon ein wesentlicher Bestandteil.

00:43:51: Und bei so einem Betrieb, du hast ja ein gewisses Sortenportfolio,

00:43:55: was funktioniert und die Züchtung ist natürlich hinterher. Und da will man natürlich

00:43:58: auch mal was Neues auf den Standorten ausprobieren. Man tauscht jetzt natürlich den Dauerbrenner

00:44:02: jetzt nicht unbedingt von einem aufs andere Jahr komplett aus, aber es wäre schon immer

00:44:06: ganz schön, wenn man doch mal ein bisschen Platz sich schafft, eine neue Sorte auch

00:44:09: am Standort kennenzulernen. Und ja, genau, das ist so

00:44:13: mit das Thema, wo wir dann eben auch Rückschlüsse gewinnen. Vereinzelnd,

00:44:18: was wir auch noch machen, sind so, der eine Kollege hat das seine

00:44:21: Mini-Bagger-Tour genannt. Das heißt, dass wir dann tatsächlich auch

00:44:25: mal Bodenprofile auf den Standorten ausheben mit

00:44:29: einem Mini-Bagger, dann A, dem

00:44:32: Schweißausbruch zu entgehen und B, einfach auch nochmal auf Problemschlägen zu

00:44:36: schauen, was ist denn in der Tiefe los. Natürlich sind wir technisch beschränkt,

00:44:39: irgendwo wo wir eingreifen können, mit Eisen da irgendwas

00:44:43: durchzuziehen, aber Es gibt ja auch noch andere pflanzenbauliche Möglichkeiten,

00:44:47: sei es über eine Zwischenfrucht beispielsweise, dem Boden mal was Gutes zu

00:44:51: tun, vielleicht auch erst mal Probleme zu erkennen. Wenn man zum Beispiel irgendwo

00:44:55: zwischen 20 und 30 Zentimeter irgendeine Störschicht hat, man hatte vielleicht

00:44:59: mal eine extrem nasse Ernte, hatte das aber irgendwie nicht mehr ganz auf dem Schirm,

00:45:02: ist dann flach drüber weggefahren, aber diese Druckzwiebel, die es dann

00:45:06: gegeben hat, die hat sich nicht aufgelöst. Und solche Probleme dann mal zu

00:45:10: erkennen, da ist man dann im Sommer auch nochmal unterwegs. Aber

00:45:13: ansonsten ist es jetzt im Prinzip wieder ein kurzes Luftholen, bevor das

00:45:17: dann irgendwann Mitte, Ende August dann schon wieder für die ersten Kollegen

00:45:21: rausgeht. Raps anschauen, über Bodenbearbeitung sprechen, was

00:45:25: muss gemacht werden, Herbizidthemen besprechen. Gerade

00:45:28: auf den Ackerfruchtschwanzstandorten ist es ja ein ganz ganz heißes Thema

00:45:32: und so ist so der Ablauf. Macht ihr denn

00:45:36: auch, wenn ihr das sagt, diese Nachbereitung? Da gibt es ja wahrscheinlich

00:45:40: Auffüllungen von Qualitäten von Weizen oder Erntequalitäten.

00:45:44: Geht es denn auch grundsätzlich, dass man dann am Ende des Jahres vielleicht noch mal

00:45:47: betrachtet mit euren Kollegen von der Unternehmensberatung betrachten,

00:45:51: dass man sich das Ganze auch mal monetär anschaut und sagt, die Fruchtzweige

00:45:54: ist zwar pflanzenbaulich sehr gut, aber die

00:45:58: wirft nicht unbedingt an allen Stellen

00:46:02: den besten Gewinn ab. Ich kann mir auch vorstellen, dass das oft

00:46:06: auch Reibereien sind, weil man ist ja dann zwiegespalten. Pflanzenbaulich

00:46:10: will man natürlich da, bestimmte Unkräuter vielleicht rauszukriegen, das eine

00:46:13: machen. Aber wirtschaftlich gesehen zahlt man dann vielleicht bei der Kultur

00:46:17: seinen Obolus dafür? Wie kann man sich das vorstellen?

00:46:21: So ein einprägsamer Begriff, den ich von der Unternehmensberatung

00:46:25: gelernt habe, war Cash Crop. Also das ist unsere Cash Crop, die noch Geld

00:46:29: abwirft. Ja, machen wir. Unsere Kollegen von der Unternehmensberatung

00:46:33: sind bei den Tagungen dann auch immer mit dabei und bereiten dann auch eine

00:46:36: Präsentation vor und geben dann eben mal einen Einblick, wie es bei den Betrieben

00:46:40: draußen aussieht. Natürlich anonymisiert, aber auch aufgeteilt nach

00:46:44: verschiedenen Regionen. Also nach den Regionen, wo du auch einen

00:46:47: hohen Anteil an Rübenanbau oder auch Kartoffelanbau hast, wo dann

00:46:51: natürlich die Deckungsbeiträge oder die Grundrenten im Schnitt schon

00:46:54: höher sind als auf anderen Standorten. Und da gibt es schon

00:46:58: Einblicke, da wird das mal dargestellt, mit was die Betriebe sich draußen

00:47:01: beschäftigen oder wie der Preisdruck gerade ist, was die Produktionskosten zum

00:47:05: Beispiel sind pro Hektar, da einfach nochmal abgeholt zu

00:47:09: werden, wie es da aussieht in dieser Hinsicht. Weil wir natürlich in der

00:47:12: Pflanzenbauberatung an sich schon darauf achten, dass wir jetzt nicht das Geld zum

00:47:16: Fenster rauswerfen, aber eben eine angepasste Beratung

00:47:20: darstellen wollen, dass wir eben das Notwendige machen, was gemacht werden

00:47:23: muss. Und das diskutieren und argumentieren wir dann auch. Man bekommt natürlich auch

00:47:27: mal oder bekommt die Rückfragen, muss das denn sein? Das kostet ja Geld.

00:47:31: Aber das wird dann eben fachlich fundiert

00:47:35: dargestellt und dann ist das eben so. Und wir sind ja letztendlich

00:47:39: die Entscheidungshilfen und der Landwirt muss ja letztendlich dann selbst

00:47:42: entscheiden. Aber in der Regel ist es dann schon so, wenn man ein gutes Zusammenarbeiten

00:47:46: hat, dann einigt man sich eigentlich immer auf eine Maßnahme und dann geht es auch

00:47:49: vorwärts. Ja, mit der Fruchtfolge und mit der

00:47:53: Rentabilität ist natürlich immer ein spannendes Thema,

00:47:56: weil was wir in der Unternehmensberatung da eben machen, ist jetzt nicht

00:48:00: eine einzelne Kultur mit 1 anderen zu vergleichen, sondern tatsächlich zu sagen,

00:48:04: okay, wir sind jetzt hier ein landwirtschaftlicher Betrieb, wir

00:48:07: haben eine Fruchtfolge und wir müssen die Fruchtfolgen miteinander vergleichen. Das heißt,

00:48:11: was passiert, wenn wir jetzt eine Kultur durch eine andere ersetzen oder

00:48:15: was passiert beispielsweise, wenn wir noch eine oder 2 Kulturen hinzunehmen. So

00:48:19: zum Beispiel jetzt bei der ganzen Ackerfruchtschwanz-Thematik, wenn wir doch noch

00:48:22: mal eine Erbse oder eine Ackerbohne je nach Standort mit dazu nehmen oder noch

00:48:26: mal eine weitere Sommerung, eine Sommergerste oder ein Hafer. Und

00:48:30: die sind natürlich auf dem Papier jetzt im ersten Moment nicht zu

00:48:33: vergleichen mit 1 Zuckerrübe oder auch mit einem Raps oder mit einem

00:48:37: Winterweizen. Aber die Erkenntnis ist jetzt nicht unbedingt neu, dass

00:48:41: eine Fruchtfolge aus Raps, Weizen, Gerste, dass die

00:48:44: auf Dauer nicht gut bestehen kann. Das ist eben klar mit all den phytosanitären

00:48:48: Problemen und den Nachbrauchproblemen, die man dann eben hat. Und

00:48:52: da sieht man dann natürlich, wenn man diese enge Fruchtfolge hat, dass die

00:48:56: Grundrenten eigentlich im Schnitt der Jahre schon fallend sind, weil

00:49:00: eben diese Aufwendungen mehr werden, einen gesunden, ertragsfähigen Bestand eben

00:49:03: hinzustellen. Und da muss man tatsächlich mal sich da ganz

00:49:07: offen für zeigen, auch mal so eine Ackerbohne beispielsweise mit

00:49:11: reinzunehmen und zu schauen, okay, die ist jetzt preislich ungefähr auf dem

00:49:14: Niveau von einem Weizen, erntet aber nur die Hälfte, Das heißt ja eigentlich

00:49:18: blöd. Aber wenn wir damit pflanzenbauliche Aspekte mit

00:49:22: in den Fokus rücken können, die Fruchtfolge auflockern, mal

00:49:25: vielleicht ein Mittel haben, Ackerfruchtschwanz noch loszuwerden

00:49:29: und in Gänze zu beseitigen, da mal ein Jahr zu haben, wo keine

00:49:32: Samenschüttung stattfindet, dann wiederum nach der Ackerbohne diesen

00:49:36: Fruchtfolge-Effekt mitzunutzen, was

00:49:40: jetzt Stickstofffixierung angeht oder auch die Struktur. Ihr wart

00:49:43: wahrscheinlich auch beide schon mal auf 1 Fläche, wo Ackerbohnen

00:49:47: wachsen. Das macht ja schon richtig Spaß, wenn man da drauf rumläuft

00:49:50: und dann diese Struktur sieht, was die Bohne da eben hinterlässt. Wenn man

00:49:54: dann weiß, man braucht jetzt nicht diese intensivste Grundbodenbearbeitung

00:49:58: nachzuschalten, sondern ist da vielleicht mit einmal mechanisch den

00:50:02: Neuaufwuchs beseitigen und dann mit 1 späten

00:50:06: Saat oder vielleicht möglicherweise auch mit 1 Direktsaat dann hinterher fertig und spart

00:50:10: sich dann da eben diese 20-30 Liter Diesel, je nachdem, was man

00:50:13: da eben so durch den Boden zieht. Das muss man natürlich auch

00:50:17: mit bewerten. Und ja, natürlich sind diese 20

00:50:21: Euro Diesel, die man spart oder diese 30 Kilo Stickstoff,

00:50:25: damit kommt man natürlich noch nicht genau auf diese, auf den Wert von

00:50:28: so einem, sag ich mal, von einem Weizen. Aber man arbeitet sich

00:50:32: wenigstens in die Nähe und man entgeht eben den Problemen oder

00:50:36: minimiert diese Probleme, die man bekommen würde, wenn man einfach so weiter macht wie

00:50:39: immer. Das ist immer ein ganz ganz heißes Thema, was wir

00:50:43: diskutieren, wobei man auch mal so ehrlich sein muss, diese Fruchtfolgeerweiterung,

00:50:47: das klingt immer sehr einfach, aber was passt überhaupt auf die

00:50:51: Standorte drauf? Was wächst, was wird reif? Das ist auch ein

00:50:55: riesiges Thema. Es passt natürlich nicht jede Kultur

00:50:58: auf jeden Standort. Da sind wir natürlich dann auch immer

00:51:02: gefragt, zu gucken, wie wir das Anbausystem aufstellen, dass es

00:51:06: dann doch letztendlich irgendwo weitergeht.

00:51:10: Ich finde das echt sehr spannend, weil ich sagen muss, du hast ja dann

00:51:13: wirklich alle möglichen Sachen, die du dann ja auch bei der Beratung im Auge beibringen

00:51:16: musst, weil es kommt ja dann, was ist jetzt gesagt, was passt auf Boden und

00:51:19: Standort und was kann man ernten, aber das geht dann ja weiter. Du musst ja

00:51:22: auch dann abstimmen, kann man das überhaupt irgendwo hinliefern, weil es nützt ja nichts, wenn

00:51:25: dann in der ganzen Region keiner ist, der dir die Ackerboden irgendwie abnimmt, wenn du

00:51:28: dann mal so testweise ein paar Hektar anfängst anzubauen.

00:51:32: Aber da seid ihr dann ja wahrscheinlich auch sehr eng in Absprache

00:51:37: mit dem Landwirt, oder? Ja, das ist immer

00:51:40: Grundvoraussetzung. Die Vermarktung muss geklärt sein, weil sonst können wir anbauen, was wir

00:51:44: wollen, wie du sagst. Da hatte ich auch schon das Thema, da haben wir

00:51:48: Sonnenblumen angebaut, wo auch die abnehmende Hand hochheilig versprochen hat, wir

00:51:52: nehmen es. Und dann wollten sie es plötzlich doch nicht mehr haben, sondern da sitzt

00:51:54: der Landwirt da irgendwie auf 50 Tonnen Sonnenblumenkern rum und dafür ist

00:51:58: die Vogelpopulation dann in der einen Region auch nicht groß genug, die dann alle zu

00:52:01: verfüttern. Und dafür ist es für

00:52:05: die Wirtschaftlichkeit vom Betrieb dann auch nicht unbedingt vorteilhaft.

00:52:10: Was wir jetzt in Mitteldeutschland ja so ein bisschen Glück hatten, war, wenn auch

00:52:13: mal eine Industrie, wie es jetzt zum Beispiel die Südzucker gemacht hatte, mit

00:52:17: dem Anbau von Ackerbohnen, da den Vertragsanbau,

00:52:22: eben eine Alternative für ein Fleischersatzprodukt

00:52:25: eben an den Markt zu bringen und da relativ attraktive

00:52:29: Verträge dann auch angeboten hat. Das war natürlich noch mal so eine

00:52:32: Möglichkeit, die Ackerbohne noch mal attraktiver zu

00:52:36: machen. Aber das kann man natürlich jetzt nicht für alle

00:52:39: Regionen in Deutschland dann jetzt eben sagen. Weil der Weg von Rügen jetzt bis hier

00:52:43: nach Südhessen ist dann doch ein bisschen weit, dann dort Ackerbohnen zu produzieren,

00:52:47: die dann hier zu verarbeiten. Und die Nachfrage muss ja erstmal da sein, das ist

00:52:50: ja das viel größere Problem. Die Fleischersatzprodukte, ich habe

00:52:54: jetzt keine Zahlen im Kopf, aber das stagniert irgendwo in

00:52:58: einem einstelligen Prozentbereich rum und da fehlt einfach noch so ein

00:53:02: bisschen die Attraktivität, da muss noch ein bisschen mehr influenced werden,

00:53:07: dass es da vielleicht mal mehr Akzeptanz dafür gibt, dass man

00:53:10: auch mal ein alternatives Produkt essen kann und es halt nicht

00:53:14: immer Flash sein muss. Würdest du denn sagen, dass das,

00:53:19: du bist ja jetzt schon seit mehreren Jahren dabei, ist das denn auch 1 der

00:53:23: wichtigsten Themen, was sich so geändert hat, diese ganze Fruchtvorgestaltung, weil

00:53:26: chemischer Pflanzenschutz wegfällt, oder würdest du sagen, es ist eher in anderen Bereichen, wo du

00:53:30: sagst, da siehst du den größten Wandel in deiner Beratung? Oder sind es

00:53:34: eher tatsächlich diese Energiethemen, dass du oft darüber diskutierst, muss ich

00:53:37: jetzt wirklich diese Durchfahrt noch machen oder muss ich das noch machen, weil ich weiß

00:53:41: nachher nicht, ob sich der Mehrwert für mich lohnt oder wo würdest du sagen, ist

00:53:45: das größte Veränderung oder Wo sind die größten Veränderungen

00:53:48: passiert? Standardantwort vom Berater, es kommt immer darauf

00:53:51: an. Ja, das ist auch bei uns tatsächlich. Je nachdem,

00:53:55: in welcher Region du unterwegs bist. Wir fahren ja jetzt nicht auf die Betriebe

00:53:59: und fangen bei 0 an. So ist es natürlich auch nicht. Es sind ja wirklich

00:54:02: mit so 1 Pflanzenbauberatung holst du die letzten Prozentpunkte im Optimalfall

00:54:06: raus. Und in diesen 5 Jahren, ich muss nochmal auf das Datum gucken,

00:54:10: ja ungefähr 5 Jahren sind es jetzt, da war natürlich auch noch kein Jahr so

00:54:13: wie das andere. Also es ist immer irgendwie unterschiedlich. Du kriegst da

00:54:18: keine klare Struktur rein. Und von daher sind es eigentlich

00:54:22: von jedem, was du jetzt aufgezählt hast, etwas so, Fruchtfolge würde ich sagen, ist schon

00:54:25: mit an Nummer 1, wo man sich eben Gedanken drum gemacht hat, was kann man

00:54:29: hier noch etablieren, dass wir da wegkommen von

00:54:32: wirklich winterlastigen Fruchtfolgen und vor

00:54:36: allem auch getreidelastigen Fruchtfolgen. Dass man da

00:54:40: von wegkommt. Aber wie gesagt, es ist eine große Herausforderung. Und ich habe

00:54:44: eine ähnliche Frage auf dem Zettel gehabt wie Johannes mit den Veränderungen, weil du

00:54:47: es auch eben so schön gesagt hast über deinen Vater, da kam der Schlepper mit

00:54:51: dem Touch und so. Wie würdest du die Veränderungen in der

00:54:54: Technik sehen? Also würdest du auch sagen, da geht es voran, Beispiel

00:54:58: Applikationskarten und Co. Also hast du viele Landwirte,

00:55:01: die zum Beispiel schon mit Applikationskarten oder

00:55:05: solchen Dingen arbeiten? Ja, das ist ganz häufig,

00:55:09: gerade auf den größeren Betrieben, eine Kapazitätsfrage und manchmal auch

00:55:13: tatsächlich ein Kapazitätsproblem. Weil du musst dich mit

00:55:16: diesem ganzen Digitalisierungsgeschehen musst du dich

00:55:20: viel mit auseinandersetzen. Und es gibt wirklich viele Betriebe,

00:55:24: die da einfach von der Kapazität her an ihren Grenzen sind,

00:55:27: wo natürlich trotzdem enorm viel Potenzial herrscht. Also was

00:55:31: wir zum Beispiel viel machen sind Aussaatplanungskarten zum

00:55:35: Beispiel für Mais oder was wir machen sind teilflächenspezifische

00:55:39: Karten, die wir für die Landwirte herstellen, was Grunddüngung

00:55:43: angeht und auch was die teilflächenspezifische Stickstoffdüngung

00:55:46: angeht. Da sind wir über ein Projekt damals rangekommen, dass

00:55:50: wir anhand von Satellitenkarten eben die Biomasse schätzen, jetzt im

00:55:53: Winterraps, kurz vor Vegetationsende, und dann entsprechend die

00:55:57: Stickstoffaufnahme analysieren können Und daraus dann wiederum abgeleitet

00:56:01: fürs Frühjahr eine Karte basteln können, wo dann eben

00:56:05: teilflächenspezifisch Stickstoff gestreut wird. Das ist so

00:56:08: das Thema, was ich meinen Landwirten gerade immer

00:56:12: versuche, sehr deutlich an die Hand zu geben. Weil das ist wirklich noch mit

00:56:15: überschaubarem Aufwand verbunden. Wir brauchen eigentlich nur die Schlagkonturen und dann gibt es

00:56:19: halt eben eine fertige Applikationskarte, muss natürlich die Technik dann mitmachen.

00:56:23: Also es muss dann natürlich irgendwo Isobus verbaut sein, aber da

00:56:27: muss man ja auch ehrlich sein, soweit sind ja eigentlich die meisten Betriebe schon, dass

00:56:30: sie entweder einen Düngerstreuer haben, der es kann, oder eben einen Schlepper haben, der es

00:56:34: kann. Und dann ist es wirklich einfach, dass du dich nur noch draufsetzen musst und

00:56:38: dann diese Karte quasi abstreuen musst. Also musst du quasi nur noch die Fahrgassen abfahren.

00:56:41: Das ist so das Einfachste. Ansonsten, ja, Das beschäftigt uns

00:56:45: auf jeden Fall, das Thema, alles, was Digitalisierungstools angeht.

00:56:49: Da wird man ja auch auf den einschlängigen Messen,

00:56:53: ob es jetzt die Architechniker ist oder auch bei den Feldhagen, ist natürlich

00:56:56: häufig Thema. Aber ja, wir versuchen, es voranzubringen.

00:57:00: Die Betriebe sind damit auch schon unterwegs. Gerade was ich eben gesagt habe, Grunddüngung,

00:57:04: Versuchung viel zu machen. Ansonsten, ja, was

00:57:08: würde dir noch einfallen sonst an Digitalisierung? Was wäre denn interessant, was man

00:57:12: noch auf den Betrieben machen könnte? Ja, also ich finde immer, dass das

00:57:16: schon sehr viel ist. Also wir haben das auch mal 2 Jahre versucht umzusetzen.

00:57:20: Aber wie du schon sagst, das Problem ist halt einfach diese

00:57:24: Zeitaufwand für alles in allem. Und wahrscheinlich hier

00:57:27: so Thema Acker-Schlagertei und so werden ja wahrscheinlich die meisten

00:57:31: derer, also würde ich jetzt einfach mal behaupten, die auch einen

00:57:35: Pflanzenbauberater bei sich haben, haben auch eine Acker-Schlagkartei,

00:57:39: oder? Also für den Überblick. Alle bis auf wir zu Hause, wir

00:57:43: haben Stift und Papier. Aber das ändert sich ja, ich

00:57:46: glaube ja, ab nächstem Jahr ist es ja Pflicht, das heißt, wir brauchen auch noch

00:57:49: eine digitale Schlagkartei. Und das hilft natürlich auch, das ist der

00:57:53: große Nachteil. Du hast natürlich nicht immer alles im Kopf und manchmal

00:57:57: zweifle ich schon an mir, wenn ich nicht mal selbst weiß, was ich zu Hause

00:57:59: aufgeschrieben habe, was wir machen. Aber man hat halt so einen hohen

00:58:03: Durchlauf, so viele Flächen, die man sieht unter der Woche. Und dann wurde

00:58:07: mir schon gesagt, dass es nicht ganz unnormal ist, dass man auch mal wieder was

00:58:10: vergisst, also dass man sich nicht alles beibehalten kann. Wobei für mich auch da,

00:58:14: also bei mir gibt es trotzdem Zettelwirtschaft, habe ich Johannes auch schon ein paar mal

00:58:17: erzählt. Ich habe zum Beispiel auch zur Ernte immer noch mal für mich auf einem

00:58:21: DIN A4-Blatt eine Tabelle, wo alle Kulturen

00:58:24: inklusive Sorten, inklusive Aussaattermin und

00:58:28: Reifezeitpunkt, mittelfrüh, spät, das bringe ich für mich noch

00:58:32: mal auf einen DIN A4-Blatt, weil es mir einfach in der AKK-Schlagkartei viel zu

00:58:35: unübersichtlich ist. Also verstehst du, was ich meine? Ja, auf jeden Fall. Also

00:58:39: wir versuchen auch sehr viel digital zu

00:58:42: machen. Gerade unser Austausch jetzt hier innerhalb von der Hanse Agros ist

00:58:46: natürlich fast alles digital, Aber ich habe hier auch zig Zettel

00:58:50: auf meinem Schreibtisch liegen, da auch nebenbei noch

00:58:53: was mit zu tackern und am Ball zu bleiben. Aber ansonsten

00:58:57: muss man sagen, die Potenziale sind enorm. Also alles, was jetzt Digitalisierung

00:59:00: angeht, was gerade die Teilfläche angeht, da sind die Potenziale

00:59:04: wirklich wirklich groß. Das ist, noch mal zu dem Beispiel zu kommen mit den

00:59:08: Endaufnahmekarten vom Winterraps, wenn man das mal sieht, auch auf 1

00:59:11: größeren Fläche, du hast da wirklich teilweise Differenzen

00:59:15: von 60, 70, 80 Kilo Stickstoff, die unterschiedlich

00:59:19: aufgenommen wurden. Und was passiert, wenn ich aber im Frühjahr Menge X

00:59:22: über alles gleichmäßig verteile? Die eine Fläche ist vielleicht unterversorgt und

00:59:26: die andere Fläche ist maximal überversorgt. Wir sind

00:59:30: ja seit vielen Jahren eigentlich in dieser Landwirtschaft unterwegs, dass

00:59:33: es diese kleinen Stellschrauben gibt. Neben dem, dass wir vielleicht nochmal eine

00:59:37: größere Stellschraube werden, tatsächlich vielleicht mal ein Fruchtfolgeglied zu erweitern, das würde ich vielleicht

00:59:41: noch als größere Stellschraube sehen. Aber so diese kleinen

00:59:44: Themen sind es dann. Und wenn man sich die Stickstoffpreise ja anschaut,

00:59:48: das macht ja im Moment auch nicht unbedingt viel Spaß, den dann einzukaufen fürs nächste

00:59:51: Jahr. Und da sind wir ja schon gar nicht mehr unbedingt beim Euro, den man

00:59:55: ansetzen kann, vielleicht sogar so leicht drüber. Und wenn man da irgendwie

00:59:58: pro Schlag oder sagen wir mal im Raps so 10-15

01:00:02: Kilo Stickstoff einsparen bzw. Besser verteilen

01:00:06: kann, sind das ja schon mal 10-15 Euro,

01:00:09: 15-20 Euro, die ich auf der Haben-Seite habe. Und das

01:00:13: multipliziert sich dann natürlich mit der Anzahl der Flächen oder mit der Betriebsgröße

01:00:16: dann. Und das sind halt eben so schon sehr interessante Stellschrauben. Genauso mit

01:00:20: den Grunddüngungskarten, wenn man teilflächenspezifisch

01:00:23: Grunddünger schmeißt. Phosphor, zunächst zu nennen, ist ja

01:00:27: auch ein sehr teures Produkt. Wenn ich

01:00:30: da den vielleicht noch besser hinschmeißen kann, wo er mir

01:00:34: mehr bringt, dann habe ich letztendlich auch pflanzenbaulich und monetär

01:00:38: entsprechende Vorteile. Aber wird das denn jetzt in Jahren wie diesen

01:00:42: Jahren oder in den letzten 2 Jahren verstärkt, dann auch bei euch nachgefragt, dass die

01:00:46: Landwirte dafür sensibler werden, möglichst effizient dann zu arbeiten,

01:00:50: den Dünger möglichst effizient auszubringen oder siehst du da jetzt

01:00:54: keine größere Steigerung, sag ich mal, jetzt in deiner Karriere

01:00:57: bisher? Weil ich würde man ja sagen, jetzt alles ist teuer und knapp,

01:01:01: wir müssen irgendwie mit dem besser zurechtkommen, was wir haben. Ich würde

01:01:05: jetzt von keiner signifikanten Steigerung sprechen unbedingt.

01:01:09: Die Themen werden beleuchtet natürlich, das gehört auch, ich weiß nicht,

01:01:12: ob es eine Pflicht ist von uns als Berater das zu sagen, aber ich für

01:01:16: meinen Teil versuche das schon immer mal wieder mit auf die Betriebe zu bringen. Und

01:01:20: für mich ist immer so diese Einstiegsdroge sozusagen, dann eben

01:01:23: diese teilflächenspezifische Enddüngung vom Raps, so dass man da mal ein Gefühl

01:01:27: für bekommt, was letztendlich möglich ist. Und Der Kollege, der das bei uns

01:01:31: macht, wirft dann natürlich auch die

01:01:35: Daten aus und sagt ja jetzt bei meinem 30 Hektar Schlag, das und

01:01:38: das ist das Potenzial, was eingespart oder besser umverteilt wird.

01:01:43: Wenn man da ruckzuck irgendwo wirklich bei 10, 15, 20, 25

01:01:47: Kilo, Wie gesagt, es gibt Rapse, die nehmen im Herbst, wenn sie sehr früh

01:01:50: gedrillt sind, irgendwo 120, 140 Kilo Stickstoff mal

01:01:53: auf. Und das ist natürlich schon etwas, was ich bei der Bestandesführung

01:01:57: im Frühjahr eben berücksichtigen kann. Und wenn ich da dann trotzdem im Frühjahr

01:02:01: noch meine 150 Kilo Änder draufschmeiße, dann habe ich halt die

01:02:04: Fläche überzogen. Es sei denn, ich ernte 7 Tonnen Raps. Dann hätte ich dann

01:02:08: aber eine Rückfrage. Aber das passiert halt dann

01:02:12: leider nicht. Also die Themen werden

01:02:15: nachgefragt. Vielleicht denke ich, dass wir da in Zukunft schon noch mal ein

01:02:19: bisschen, noch einen Schritt vorangehen können und auch werden.

01:02:23: Es muss halt einfacher sein. Das ist immer das Thema. Es muss einfach sein. Und

01:02:27: es darf nicht viel Zeit kosten. Und das ist eben die große, große

01:02:31: Herausforderung. Aber dafür sind wir auch da, diesen Blick im

01:02:34: Groben und Ganzen zu behalten über den Betrieb. Deswegen

01:02:38: eine Landwirtsberaterbeziehung, die wächst ja auch mit der Zeit.

01:02:42: Das muss man auch sagen, das schweißt sich ja schon über die

01:02:45: Zeit zusammen. Man hat viele Themen, über die man dann eben spricht

01:02:49: und das gehört eben auch mit dazu. Wo würdest

01:02:53: du jetzt sagen, jetzt nochmal zur Technik zurückzukommen, ich beschäftige mich ja mit

01:02:56: Drilltechnik, da ist ja oft das Thema, was wir international

01:03:00: sehen, Mehrtank-Sämaschinen, so wie jetzt auch bei

01:03:04: unseren, selbst bei den mechanischen Sämaschinen haben wir jetzt 2 Komponenten,

01:03:08: die wir gleichzeitig ausbringen können. Bei den pneumatischen bis zu 3

01:03:11: Komponenten. Ist das ein Thema, weil ich weiß, oder das habe ich auch schon

01:03:15: hier mehrfach gesagt, in Frankreich und in Skandinavien ist das schon sehr verbreitet,

01:03:19: also sowohl Düngung zur Getreideaussaat oder

01:03:22: verschiedene Kulturen gleichzeitig auszusehen. Würdest du sagen, dass auch in deinem Beratungsgebiet

01:03:27: ein Thema oder ist das immer noch, sag ich mal, Ich habe immer das

01:03:30: Gefühl, dass es in Deutschland noch nicht so populär ist, wo man ja sowohl was

01:03:34: in der, also gerade im Raps mit Begleitkulturen, dass das ja immer wieder ein

01:03:38: Thema ist, oder aber auch bestimmte Dünger zur Aussaat zum Beispiel von Raps

01:03:41: jetzt schon mit auszubringen. Wie würdest du das sehen aus deiner

01:03:45: Beratungstätigkeit? Also grundsätzlich ist es so, dass Unterfußdüngung

01:03:49: im Mais fast schon zum Standard gehört, würde ich fast sagen. Also da

01:03:53: sind die Lohnunternehmer ja auch gut ausgerüstet mit Technik, was

01:03:56: das angeht. Also da würde ich sagen, wird es wahrscheinlich am häufigsten

01:04:00: gemacht. Was da dann noch dazu kommt, ist, dass dann nochmal ein Mikrogranulat,

01:04:04: so ein kleiner Starter, nochmal mit dazu gegeben wird. Da gibt es ja auch immer

01:04:07: mal wieder Produkte, die aufploppen am Markt. Das ist zwar noch lange nicht

01:04:11: so schlimm, in Anführungszeichen, wie bei den Kartoffeln. Da gibt es ja schon

01:04:15: extrem viel Spezialmittel, möchte ich es mal nennen, die man eben noch

01:04:18: dazu packen kann, da eben sich einen

01:04:22: noch besseren Knollenansatz oder eine vitalere Pflanze

01:04:26: dann eben herzustellen. Das ist auf jeden Fall ein

01:04:30: Thema. Im Raps gibt es das auch. Da ist man natürlich ein bisschen beschränkt bei

01:04:33: der Auswahl, was man da an Dünger drunter packen kann. Gerade im

01:04:37: Getreide ja auch. Da ist der Stickstoff eher nicht so gerne gesehen,

01:04:41: rein rechtlich, sage ich mal. Das macht da ja auch wenig Sinn, weil

01:04:45: der Weizen oder die Gerste oder wie auch immer das Getreide heißt, nimmt im

01:04:49: Herbst auch nicht viel Stickstoff auf. Muss man auch mal so sehen. Also das, was

01:04:53: im Boden noch mineralisiert ist, das reicht in der Regel eigentlich aus, so

01:04:56: einen Weizen- oder Gerstenbestand in den Winter zu schicken. Der Weizen nimmt

01:05:00: irgendwo 10, 15 Kilo auf, so eine Gerste kann mal 20-25 Kilo

01:05:04: aufnehmen. Wenn sie überwachsen ist, vielleicht auch mal 30. Dann hätte ich aber

01:05:07: allerdings eher Angst vor Auswinterung, dass die Düngeversorgung

01:05:11: da nicht ausreicht. Das ist eher das Problem beim Raps tatsächlich.

01:05:16: Weil diese 100 Kilo, 120 Kilo, die er teilweise aufnimmt.

01:05:19: Und wir wissen ja nie, wie die Vegetation wird. Die letzten

01:05:23: Jahre hat man ja gesehen, der Raps wächst gefühlt bis Weihnachten und startet

01:05:27: kurz nach Neujahr wieder los. Und dann haben wir aber den

01:05:31: Oktober, November, Dezember und den Januar, also 4 Monate,

01:05:35: wo wir keinen Stickstoff streuen dürfen. Und wenn wir uns

01:05:38: über die Rapserträge der letzten 10, 15 Jahre unterhalten,

01:05:42: dann ist es ja immer so, dass wir eigentlich stagnieren beziehungsweise auch

01:05:46: eigentlich leicht abfallen oder teilweise auch deutlich abfallen. Das hat natürlich auf der

01:05:49: einen Seite mit dem Wegfall von der Neonicotinide Beize zu tun, dass

01:05:53: natürlich der Schädlingsdruck im Herbst größer ist. Aber auf der anderen Seite

01:05:57: sieht man auch diesen längeren Vegetationszeitraum. So der Raps

01:06:00: wächst und wächst und wächst, nimmt Stickstoff auf. Je größer er wird,

01:06:04: desto kräftiger ist er und nimmt auch mehr Stickstoff auf. Wenn dann

01:06:07: aber irgendwann der Boden leergesaugt ist, in anderen Pfingststreichen,

01:06:11: dann kann's zum Problem werden. Weil ab 8 Blatt werden ja dann

01:06:15: eben die Ertragsorgane angelegt. Und wenn er wächst und wächst und wächst und irgendwann

01:06:18: den Boden leer hat und dann in ein Loch reinfällt, das ist auch

01:06:22: definitiv dann irgendwo ertragswirksam. Aber da sind wir wieder

01:06:26: bei politischen Themen, die wir heute nicht lösen wollten.

01:06:32: Aber

01:06:36: mit den Beisaaten, wo wir jetzt beim Raps sind, dann zum Beispiel

01:06:39: Leguminosen als Beisaat oder Vergrämungskulturen

01:06:43: gegen diverse Insekten.

01:06:47: Da waren wir ja öfters auch mit Rapool unterwegs, und da gab es ja Studien

01:06:51: in Soos, da war auch eine, vielleicht kennst du schon sogar die Professorin aus Soos,

01:06:54: die hat dann auch einen Vortrag gehalten darüber, wie bestimmte Untersaaten, ich glaube

01:06:58: Boxhornklee soll da ja so eine vergräbende Wirkung haben. Wie würdest du das

01:07:02: sagen? Ist das in der Praxis was, was mal ausprobiert wird oder würdest du ja

01:07:05: sagen, das ist noch so ein Exot, ohne das jetzt despektierlich

01:07:10: zu meinen? Ich würde es erst mal noch in die Kategorie Exot einordnen.

01:07:15: Wir haben auch Versuche damit gemacht, auch mit Begleitsaaten, sowohl mit

01:07:19: Leguminosen, das war dann ein Ackerbohnen in dem Fall, das dann mit 1 Drillmaschine

01:07:23: jede 2. Reihe rapst und dazwischen immer die Ackerbohne dann gelegt wurde.

01:07:27: Das haben wir gemacht mit der Vergrämung, das haben wir auch gemacht,

01:07:31: dann eben festzustellen, ja, es liegt oder es kommt

01:07:35: wieder darauf an, wie groß der Populationsdruck dann letztendlich vom Schädling

01:07:38: ist. So, wenn der, wenn viele Schädlinge, also jetzt gerade

01:07:42: im Herbst dann der Erdflur, wenn viele da sind, dann ist dem das relativ

01:07:46: wurscht, ob da jetzt noch eine Vercremung mit dabei ist oder nicht. Ohne

01:07:50: da jede Studie, mag sein, dass es da auch mal eine Studie gegeben hat, die

01:07:53: da signifikant Gegenteiliges beweist, als das, was ich gerade

01:07:57: gesagt habe. Aber ist mal ein Trend

01:08:00: gewesen, genauso wie Liniensorten oder frühere Rapssorten mit

01:08:04: auszudrillen, die dann eben als Fangpflanzen dienen, dass sich dann die Rapspanzkäfer dann

01:08:08: eben auf diese dann stürzen und die dann eben kaputt fressen,

01:08:11: was auch ganz schön gemein ist eigentlich, aber dass dann

01:08:15: eben der Kulturraps dann eben dann wachsen kann, ohne eben

01:08:19: diesen ganzen Schädlingsdruck dann eben zu haben. Was eher so ein Thema ist,

01:08:23: kommen wir nochmal zur Technik, dass man da schaut, wie

01:08:27: man es hinbekommt, einen Raps zu etablieren, der widerstandsfähiger

01:08:31: ist gegenüber von Schädlingen. Da ist zum

01:08:35: Beispiel Richtung Direktsaat oder dass man Stroh

01:08:38: oben auflässt, ohne das tief einzuarbeiten, kann teilweise

01:08:42: auch dafür sorgen, dass eben der Glanzkäfer, äh, nicht der Glanzkäfer, der

01:08:46: Raps Erdfloh eher Probleme damit hat, an den Raps ranzukommen

01:08:50: oder ihn halt auch weniger befällt. Und ein anderes Thema wäre, da sind

01:08:53: aber noch grundsätzlich Versuchen drin, also da gibt es jetzt noch keine finale

01:08:57: Aussage zu, ist nur schon mal eine 1. Idee, Das andere ist eben, dass

01:09:01: man eine Drilltechnik hat, Rapse möglichst gleichmäßig zu etablieren.

01:09:04: Und da ist es ja dann so, dass die Einzelkorn-Technik in der Vergangenheit ja schon

01:09:08: den großen Vorteil hatte, zulasten jetzt der Züchter, dass man eben ein

01:09:12: bisschen Saatgut einsparen konnte. Aber auf der anderen

01:09:15: Seite die gleichmäßige Ablage und den damit einhergehenden

01:09:19: gleichmäßigen Feldaufgang. Das war immer ein sehr großer oder ist ein sehr großer

01:09:22: Vorteil von der Einzelkorn-Technik, von dieser präzisen Technik, weil

01:09:26: man auch festgestellt hat, dass Raps-Erdflöhe sich ja gerade auf die kleinen,

01:09:30: schwachen Rapse dann drauf stürzen und die dann richtig

01:09:33: massakrieren und dann teilweise eben zum totalen Verlust der Pflanze führen. Und wenn

01:09:37: es dann eben mehrere von gibt und ich mehrere Pflanzverluste habe, dann macht

01:09:41: sich das natürlich dann auch irgendwann auf den Ertrag bemerkbar. Raps kann viel

01:09:45: kompensieren, Aber wenn es letztendlich an Pflanzen fehlt, dann ist dann auch

01:09:48: irgendwo Ende. Ja, wobei da muss ich sagen,

01:09:52: ich weiß nicht wie du das jetzt, das ist ein grüßliches Thema, ich habe jetzt

01:09:55: tatsächlich oft auch wieder gehört, dass auch der Raps wieder

01:09:58: vermehrt mit Drilltechnik wieder gesät wird, weil die halt

01:10:02: sowieso auf dem Betrieb oft vorhanden ist. Und weil es ja auch jetzt wie bei

01:10:05: uns zum Beispiel mit dem Parallelogramm geführten Doppelscheibenchar mit der Andruckrolle

01:10:09: ist ja vom Prinzip her sehr ähnlich zu einem Aggregat bei der

01:10:12: Einzelkornsätechnik. Man hat nicht die Vereinzelung, aber eine sehr gleichmäßige

01:10:16: Tiefenablage, dass tatsächlich auch da Kunden, auch

01:10:20: da zum Leid der Saatguthersteller, auch sehr stark mit

01:10:23: der Aussaatstärke runtergehen und dann

01:10:27: auch mit dem Risiko, dass da dann auch teilweise nur 18 Pflanzen

01:10:30: irgendwie dann durch den Winter kommen. Da bist du der größere Experte als ich und

01:10:34: das ist ja schon sehr wenig. Aber wenn man dann im nächsten Jahr wieder die

01:10:37: Bestände sich anguckt, sind die ja trotzdem noch, oder können die, oder

01:10:41: sind die dann sehr vital und

01:10:45: geben halt auch viel Ertrag danach wieder her, oder? Also 18 Pflanzen

01:10:48: gleichmäßig auf einen Quadratmeter verteilt, kannst du 5 Tonnen aufwärts mit

01:10:52: dreschen. Also das ist überhaupt kein Problem, das sieht man immer wieder. Und

01:10:56: deswegen ist auch diese Stoppelbonitur immer sehr interessant, die wir unseren

01:10:59: Landwirten auf jeden Fall jedes Jahr wieder anraten, sich die

01:11:03: Rapsstoppeln anzuschauen, einmal was den Krankheitsdruck angeht, aber dann auch letztendlich, was an

01:11:06: Pflanzen übrig geblieben ist. Weil man verliert ja jetzt irgendwann den Blick dafür, weil jetzt

01:11:10: läuft ja kein Mensch mehr durch den Raps durch. Man hat irgendwo mal 40 Körner

01:11:13: gedrillt und dann haben mal 3 die Erdflöhe beseitigt und dann nochmal 3 sind von

01:11:17: Schnecken aufgefressen worden. Da hätte man rein rechnerisch noch 34 Pflanze

01:11:21: stehen, aber das muss man wirklich mal sich im Feld angucken nach der Ernte. Also

01:11:24: meistens ist das nicht mehr der Fall. Also so reduziert sich schon nochmal die eine

01:11:28: oder andere Pflanze. Und ich habe das selbst auch anhand von Druschkarten auf einem

01:11:31: eigenen Betrieb bei uns mal gemacht. Und wirklich da, wo wir

01:11:35: Hochertrag hatten, haben wir nicht viel von, aber da, wo wir Hocherträge hatten in

01:11:39: der Fläche, da waren es tendenziell eher die Bereiche, wo weniger Pflanzen standen.

01:11:42: Also gleichmäßig, aber eben weniger. Und der andere Punkt

01:11:46: von der Abwendung von der Einzelkorn-Technik hin wieder zur

01:11:50: normalen Drillsaat ist ja auch so ein bisschen der Konkurrenzgedanke. Weil,

01:11:53: das muss man ja auch mal sagen, so die Einzelkorn ist mit 45, was ja

01:11:57: häufig gemacht wird, wirklich am Limit. So Normalerweise wäre es

01:12:01: schön, wenn man die Aggregate noch weiter verschieben könnte. Das geht dann leider bauartbedingt

01:12:05: dann irgendwo nicht mehr. Du meinst enger für die Zuhörer, nicht weiter.

01:12:08: Ja, die reihen weiter. Nicht, dass jetzt manche denken, wir müssen auf

01:12:12: 75 Zentimeter den Raps säen. Nee, das würde ich

01:12:16: gut ausprobieren. Bei bestem 37, 5 oder noch enger sogar.

01:12:20: Genau, so irgendwo 25, 37, 5 in der

01:12:23: Größenordnung, weil man dann einfach diesem Problem entgeht,

01:12:27: was man bei der Einzelkorngeschichte draußen häufig sieht,

01:12:30: dass die Saatstärke zwar reduziert wird, aber nicht das Maß reduziert wird, wie

01:12:34: es eigentlich reduziert werden müsste. Dann werden dann teilweise halt

01:12:38: immer noch 30 Pflanzen aufwärts gedrillt und wenn ich dann bei 1

01:12:42: 45er Reihe irgendwo 2, 2 Reihen auf dem Meter

01:12:45: habe und dann da aber jeweils dann 20 oder 22 Pflanzen dann

01:12:49: irgendwo verstecken muss, dann ist eben der Einzelpflanzenabstand

01:12:52: innerhalb 1 Reihe dann doch schon wieder relativ eng.

01:12:57: Und dann behindern die sich dann schon wieder eher in der Reihe, als dass sie

01:13:00: sich dann eben den erhofften Effekt ausspielen können und sich richtig schön

01:13:04: breit machen. Und der Konkurrenzgedanke gegenüber anderen Unkräutern, das ist eben auch noch das,

01:13:07: was ich eben sagen wollte zur Drillsaat, dass ich halt eben früher den Boden bedecke

01:13:11: und dass ich dann eben den Unkräutern die Lichtqualität

01:13:15: sozusagen nehme, dass sie da eben nicht mehr groß

01:13:19: aufkeimen oder wachsen können. Gerade auch wieder Richtung Ackerfuchsschwanz

01:13:22: gedacht. Ja, das ist ja auch ein Thema, was mittlerweile

01:13:26: deutschlandweit glaube ich doch aktuell ist. Wenn man jetzt nochmal ein Thema aufmacht,

01:13:30: Ackerfuchsschwanz oder resistente Umgräser ist doch

01:13:33: deutschlandweit teilweise zu finden oder nicht teilweise zu

01:13:37: finden. Ja, es ist auf jeden Fall ein Thema. Und

01:13:40: da sind ja dann die Kollegen von Agris 42, da sind wir im

01:13:44: sehr engen Austausch mit dem Doktor Johannes Herrmann, der da wirklich sehr

01:13:48: gute Arbeit macht mit seinen ganzen Resistenzuntersuchungen, wo wir dann auch unsere

01:13:52: Landwirte dazu animieren, wirklich mal da eine Probe einzuschicken

01:13:56: oder halt eben von dem örtlichen Pflanzenschutzdienst

01:14:00: oder von der Industrie, die bieten das ja auch teilweise an, dass man da eben

01:14:03: einfach weiß, welche Mittel wirken denn letztendlich noch bei

01:14:07: mir, welche sind komplett resistent und kann ich auch im

01:14:10: Prinzip vergessen, brauche ich gar nicht mehr einzusetzen. Und das ist

01:14:14: mit natürlich enormem Einfluss dann eben auch auf die Fruchtfolge. Also wir wollen

01:14:18: eigentlich, die chemische Beseitigung soll ja eigentlich so

01:14:22: der letzte Schlüssel sein, den man dann noch einsetzt, dann zu

01:14:25: versuchen, den Fruchtschwanz dann eben noch auszuschalten oder das Weidelgras und vorher sind

01:14:29: halt eben alle anderen pflanzenbaulichen Maßnahmen zu ziehen. Und wenn ich dann noch

01:14:33: ein Produkt habe, was noch wirkt, dann gut. Dann sollte man das dann auch eben

01:14:36: bei entsprechenden Bedingungen anwenden. Und wenn es halt nicht

01:14:40: mehr wirkt, dann muss man auch sagen, dann kann ich mir die 50 Euro auch

01:14:43: irgendwo dann klemmen, was so ein Produkt dann kostet. Wenn ich irgendwo dann 0 %

01:14:46: Wirkungsgrad habe, dann hilft es nicht. Also aus

01:14:50: 0% werden nicht plötzlich 100%. Also da kann man tun und lassen, was man

01:14:54: möchte. Man kann das vielleicht ein bisschen konditionieren. Spritzwasserqualität

01:14:58: oder Benetzung oder eben auch dann die richtige Düsenwahl, was ja auch

01:15:01: enorm wichtig ist bei solchen Anwendungen, aber 0%

01:15:05: sind 0%. Ja, definitiv. Und dann seid ihr natürlich

01:15:09: wieder gefragt, welche anderen Möglichkeiten man jetzt hat über Fruchtfolge, Technik

01:15:13: etc. Der Sache herzuwählen. Ja, genau. Und dann eben

01:15:16: sich Sorten auszuschauen, was ja zum Beispiel

01:15:20: auch gar nicht so doll betrachtet wird, wie sie jetzt von der Architektur

01:15:24: sind. Also, haben sie eher ein Blatt, was sehr aufrecht steht, oder

01:15:27: entwickeln sie Blätter, die relativ horizontal liegen, Planophil,

01:15:32: sagen die Fachleute dazu. Und das sind immer

01:15:36: noch so Themen, die dann auch mit Einfluss auf die Sortenwahl dann nehmen, definitiv. Es

01:15:40: ist längst nicht mehr nur Top-Ertrag. Also da gibt es noch ein

01:15:43: paar andere Kriterien, die eine neue Sorte erfüllen muss, bevor es dann

01:15:47: letztendlich an den Ertrag geht. Natürlich darf sie schon mit dreschen,

01:15:51: aber trotzdem sollten solche Geschichten eben auch mit dem Fokus stehen. Also

01:15:54: neben Abdeckung gegenüber von Unkräutern oder Ungräsern auch natürlich

01:15:58: das Gesundheitsprofil Oder eben auch die Qualität, je

01:16:02: nachdem wo man unterwegs ist. Ja, und jetzt wo ich da jetzt gerade so darüber

01:16:05: nachdenke, du hast jetzt ja wieder viele Fachberiffe gesagt. Die

01:16:09: Frage habe ich mir eigentlich schon für ganz viel Anfang aufgeschrieben, aber wie ist denn

01:16:12: jetzt, wenn wir jetzt nochmal ganz zum Anfang zurückkommen, die Einarbeitung? Sag ich mal, Du

01:16:16: kommst jetzt von der Uni, du hast natürlich deine Abschlussarbeit bei Herr Ansago geschrieben.

01:16:19: Wie muss ich mir das jetzt vorstellen? Du kommst da als Mit-20-Jähriger dann

01:16:23: dahin und sagst jetzt, ich bin jetzt hier auf dem Großbetrieb, ich bin jetzt hier

01:16:26: der Pflanzenbauarzt, dann sag ich, ja hallo, schön, und dann musst du

01:16:30: denen ja irgendwas erzählen, sag ich mal. Und bist du dann erst mal monatelang mit

01:16:33: jemand mitgefahren oder warst du irgendwie, gibt es da so ein

01:16:37: Einführungsseminar, wo man tatsächlich dann 3 Wochen lang so eine

01:16:41: Druckbetankung kriegt, damit man sich dazu zu

01:16:44: beraten weiß oder hast du irgendwie so einen Leitfaden, den du dann immer

01:16:48: abgearbeitet hast, bis du den irgendwann verinnerlicht hast? Wie muss man sich das denn vorstellen?

01:16:51: Ich kenne das ja selber auch, als ich bei Lemken angefangen

01:16:55: bin oder meine Kollegen, wenn die Jungen dann dabei sind. Viele Leute

01:17:00: wissen ja vielleicht nicht, welches Know-how du schon hast oder du hast ja auch noch

01:17:03: nicht das Know-how. Wie du sagst, deine Kollegen, die seit 30 Jahren den Job machen,

01:17:06: die können natürlich immer über irgendwas erzählen, was sie schon mal erlebt haben. Das ist

01:17:10: ja uns das Gleiche auch mit den älteren Kollegen. Aber wie muss man sich dann

01:17:13: so eine Einarbeitung vorstellen? Oder ist die immer unterschiedlich?

01:17:17: Unterschiedlich ist die nicht. Wir versuchen das relativ einheitlich zu machen. Man

01:17:21: muss natürlich sagen, die Lernkurve am Anfang ist extrem.

01:17:26: Das Studium schafft natürlich gewisse Grundlagen. Aber diese

01:17:30: Praxis kommt halt eben nur durch praktische Erfahrung. Und das machen wir

01:17:33: natürlich einmal dadurch, dass wir bei erfahrenen Kollegen mitfahren, dass

01:17:37: wir mit in den Regionen unterwegs sind und uns anschauen, welche Beratung

01:17:41: oder wie sie dann eben vorgehen, was sie so erzählen. Da lernt man

01:17:45: natürlich eine ganze Menge Fachliches auch mit. Da hilft es natürlich dann auch,

01:17:49: wenn man Stift und Papier dabei hat und sich ein bisschen was mitschreibt.

01:17:52: Dann haben wir aber auch eine interne Fort- und Ausbildung.

01:17:56: Das nennen wir interner Austausch. Da haben wir ein

01:18:00: Sammelsurium an Unterlagen, Entscheidungsbäumen, Protokollen.

01:18:04: Und da arbeiten wir parallel zur Vegetation

01:18:08: dann immer diese Unterlagen dann auch durch. Das ist dann in der Ausbildung,

01:18:12: wird das dann gerade gemacht, für die Kollegen, die neu sind. Da ist dann 1

01:18:15: von denjenigen immer fällig, der schon etwas erfahrener ist, so wie jetzt ich

01:18:19: oder die anderen Kollegen, die jetzt schon 3, 4, 5 Jahre dabei sind. Die

01:18:22: referieren dann sozusagen, stellen dann eine Stunde ein Thema vor

01:18:26: und gehen so ein bisschen auf die Kernpunkte ein. Und das ist dann immer

01:18:30: abschließend mit Fragerunde. Und das funktioniert schon

01:18:34: ganz gut. Wie gesagt, die Lernkurve ist steil und dadurch,

01:18:38: dass auch die jungen Kollegen mit dabei sind, die News auch zu schreiben, also wenn

01:18:42: jetzt irgendwelche Themen aktuell sind, dann heißt es auch mal hier überarbeitet doch mal

01:18:45: bitte den Artikel oder schreibt doch mal den Artikel. Und dann hast du noch jemanden

01:18:49: Erfahrene dabei als Korrekturleser, wo man dann hinterher sich dann nochmal

01:18:52: 10, 15 Minuten austauschen kann und sagen kann Ja, das hat gepasst, das hat nicht

01:18:56: gepasst. Und das ist natürlich so. Diese theoretische Recherche ist die

01:19:00: Basis, aber dann letztendlich draußen in der Beratung unterwegs zu sein, das

01:19:03: bildet dann natürlich dann nochmal mehr aus. Und ich muss

01:19:07: sagen, ja, ich hatte auch das Thema, gerade wenn du auf Betriebe

01:19:10: kommst, wo ein älterer Kollege vorher gewesen ist und dann an dich abgibt,

01:19:14: dann ist natürlich schon komisch. Also dann ist dann der Berater 20 Jahre gewesen,

01:19:18: dann kommst du als Sprössling nach und sollst dann plötzlich das gleiche

01:19:22: Know-how haben wie der erfahrene Kollege, kann man natürlich nicht 1 zu 1

01:19:26: so darstellen. Aber man kann das Ganze natürlich dadurch, dass man fleißig

01:19:30: ist, dass man engagiert ist, dass man ans Telefon geht und Fragen

01:19:33: beantwortet und sich Mühe gibt, kann man das sehr, sehr schnell

01:19:37: wettmachen. Und ich sag mal, nach einem Jahr ist man auf

01:19:40: jeden Fall so weit, dass man sagen kann, okay, man kann die Basics natürlich

01:19:44: bedienen. Also alles, was im Beratungsgespräch aufkommt an Fragen,

01:19:48: sage ich mal zu 90 Prozent. Und sollte es zu der Situation

01:19:51: kommen, wo man mal nicht weiter weiß oder wo ich dann auch mal nicht weiter

01:19:54: weiß, dann ist es natürlich ganz fatal, drum herum zu

01:19:58: plaudern und zu sagen, ja, hätte, könnte und so müsste es eigentlich sein,

01:20:02: wenn mir sowas mal passiert, wo die Abstände natürlich Gott sei Dank auch immer kürzer

01:20:06: werden, wo ich dann wirklich mal ratlos bin. Aber dann haben wir

01:20:09: unsere WhatsApp-Gruppe, ich habe meine Ansprechpartner, die ich dann

01:20:13: eben auch mal, wenn es brenzlig ist, auch mal anrufe und dann die Frage kläre.

01:20:16: Und ich sage zum Landwirt immer, wenn ich es nicht weiß, weiß ich nicht, ich

01:20:20: kümmere mich darum. Und dann hat er am Abend oder spätestens am

01:20:24: nächsten Vormittag eine Antwort auf seine Frage. Und da gab es ehrlicherweise

01:20:28: wirklich auch noch nie Probleme mit. Weil das ist ja auch jetzt nicht, Du sitzt

01:20:30: jetzt nicht in der mündlichen Prüfung und wenn du was nicht weißt, kriegst du Abzüge.

01:20:34: Dann habe ich halt für mich gelernt oder auch von Anfang an für mich festgelegt,

01:20:37: wenn ich was nicht weiß, sage ich nein. Das wurde mir auch von meinem

01:20:41: Papa damals so gesagt. Wenn du was nicht weißt, sei ehrlich und dann holst du

01:20:45: aber wenigstens nach. Dann kannst du dir Mühe geben und recherchierst

01:20:48: das. Und dadurch, dass man dann nach dem Termin dann eben auch im Auto sitzt

01:20:51: und telefonieren kann, dann wird das sofort geklärt. Also so mache

01:20:55: ich das, nehme ich immer. Ich versuche so Aufgaben immer sofort zu erledigen,

01:20:59: dass sich das nicht aufbaut und ich dann am Abend noch so viel nacharbeiten muss,

01:21:02: sondern versuche das immer gleich abzuhaken. Rufe dann den Betrieb

01:21:06: hinterher nochmal an. Gerade wenn es jetzt irgendeine schwierige

01:21:09: Spritzmaßnahme oder irgendeine Kombination geht oder irgendwas Neues miteinander

01:21:13: kombiniert werden soll, da ruft man schon nochmal

01:21:17: ab und an mal einen Kollegen an, versichert sich da nochmal und gibt dann nochmal

01:21:20: das Go. Da habe ich aber auch ehrlicherweise keine Probleme mit, dass ich

01:21:24: sage, oh Gott, ich weiß ja nichts. Wie gesagt, die Abstände werden immer größer, man

01:21:28: sammelt die Erfahrung. Und das passiert wirklich

01:21:32: nicht allzu oft. Und wenn, denke ich, ist es kein Drama. Und es hat

01:21:36: sich da noch kein Landwirt darüber beschwert. Oder hinter meinem Rücken. Ich habe es jedenfalls

01:21:39: noch nicht mitbekommen. Ja, weil das

01:21:43: finde ich wirklich immer, gerade wenn man so mit euch, mit den Beratern spricht,

01:21:46: da ist ja schon sehr viel Know-how und dann stelle ich mir auch immer die

01:21:49: Frage halt, wie kommt man dazu, weil das hast du ja jetzt ausführlich erklärt

01:21:52: tatsächlich. Ja, du musst halt am Ball bleiben und Interesse.

01:21:57: Also du musst halt Interesse an dem haben, was du machst Und dann

01:22:00: kommt das, denke ich, automatisch, dass man sich auch nochmal so ein kleines

01:22:04: Prozentpunkt extra viel Mühe gibt. Ich habe das mit einem Kollegen, mit dem ich viel

01:22:08: in Thüringen unterwegs gewesen bin, dann waren wir abends dann auch im Hotel zusammen

01:22:12: und man ist ja irgendwie immer im Thema Landwirtschaft. Man versucht zwar auch mal, sich

01:22:15: privat zu unterhalten, aber man kommt trotzdem immer wieder irgendwie auf Landwirtschaft

01:22:19: zurück. Es ist wirklich so, dass man dann teilweise abends mal zusammensitzt, jeder hat sein

01:22:22: Tablet in der Hand und dann wird halt nochmal kurz irgendwie was nachgeguckt. Also wenn

01:22:25: es jetzt irgendwelche ganz, weiß ich nicht, zum Beispiel Alternativprodukte

01:22:29: zum Wachstumsregler, Silizium ist ja da immer in aller Munde.

01:22:33: Wie wird es denn überhaupt aufgenommen? Weil alles hat man natürlich auch nicht im Kopf.

01:22:37: Und dann kommt man irgendwie zu Orthokieselsäure, arbeitet sich

01:22:41: zum nächsten Begriff vor und ist dann halt nebenbei auch mal immer was am Recherchieren.

01:22:45: Und da gibt es dann auch immer mal die Aufgabe, gerade von den erfahrenen Kollegen,

01:22:49: dann in Zusammenarbeit mit dem jüngeren Kollegen auch Unterlagen auszuarbeiten,

01:22:52: dass man das eben dann auch den anderen Kollegen dann präsentieren kann. Also wenn irgendwelche

01:22:56: akuten Themen sind, Beispiel auch jetzt Fungizidstrategien in

01:23:00: Rüben. So, Was funktioniert, was macht man wann?

01:23:03: Gerade mit Kupferzusatz, braucht man es, braucht man es nicht? Kann ich

01:23:07: Strobi noch spritzen oder ist es schon voll resistent oder solche Themen?

01:23:11: Und ja, da ist man halt eben immer eigentlich am Ball. Man wird

01:23:15: permanent eigentlich fortgebildet bei der Firma. Das ist

01:23:19: doch das Beste und Wichtigste eigentlich, damit ihr dem Kunden dann auch

01:23:22: eine gute Beratung geben könnt. Ja, also das ist zum Beispiel,

01:23:26: ich habe das Tablet jetzt schon ein paar Mal angesprochen, aber das ist wie gesagt

01:23:29: Beratungsgegenstand Nummer 3, würde ich sagen. Nummer 1 ist der

01:23:33: Spat, Nummer 2 das Cuttermesser. Da kommt vielleicht auch die Lupe auf Platz 3

01:23:37: und auf Platz 4 ist es dann das Tablet, wo wir natürlich auch

01:23:40: unsere Unterlagen immer griffbereit haben. Also das ist ja auch keine Frage, wenn ich im

01:23:44: Auto sitze, beim Landwirt, auf dem Beifahrersitz, dann unterhalten wir uns natürlich

01:23:48: auch über andere Dinge. Ich fülle das Protokoll parallel aus, mache mir meine

01:23:51: Gedanken. Manchmal sage ich auch, ich brauche mal kurz eine Minute, muss mal hier den

01:23:55: Satz fertig schreiben. Und dann habe ich natürlich auch meine Entscheidungsbäume

01:23:59: auch mal mit dabei. Also gucke mir dann auch mal was an, wenn ich noch

01:24:02: mal was recherchieren will oder hau noch mal irgendwas bei Google rein, da kommen ja

01:24:05: meistens die besten Lösungen. Nein, so schlimm ist es nicht. Es sind dann schon tendenziell

01:24:09: die internen Unterlagen, die dann zu Rate gezogen werden. Zum Beispiel

01:24:12: Sorteneigenschaften. Es gibt ja so viele Sorten am Markt. Die kann

01:24:16: ich auch nicht alle auswendig, aber ich glaube, das kann keiner. Und wir haben da

01:24:20: so eine Auslandplanungsdatei in PowerPoint, da hat jede

01:24:23: Sorte ihre Eintragung, ihre beschreibende Sortenliste, aber

01:24:27: eben auch die Informationen, die wir aus den letzten Jahren gesammelt haben. Da ist dann

01:24:30: nochmal so eine separate Hanse-Agro-Spalte und da wird dann halt reingeschrieben,

01:24:34: ja, ist Braunrost anfällig oder kein Problem mit Septoria

01:24:37: oder wird lang oder sowas eben. Dass man da immer

01:24:41: wieder Möglichkeiten hat, eine

01:24:44: möglichst gute Beratung eben dann oder eine möglichst gute Aussage treffen zu können.

01:24:48: Dann kommen ja wahrscheinlich auch immer noch Eventualitäten dazu. Das gab

01:24:52: es bei uns auch vor, ich weiß gar nicht mehr, 2 Jahren. Ich glaube, das

01:24:55: war auch vom DLR, dem Ackerbauberater hier, weil

01:24:59: wir auch dachten, wir hätten in 1 Sorte einen Pilz

01:25:02: entdeckt bei der Saatgutvermehrung. Er hat sich das

01:25:06: im Feld schon genauer angeguckt, war sich dann auch nicht sicher, hat es mitgenommen,

01:25:10: eingeschickt und dann kam halt auch raus, dass es tatsächlich keine Pilzinfektion

01:25:14: war, sondern dass anscheinend die Sorte anfällig ist, die Blätter

01:25:17: warum auch immer so zu verarbeiten. Was ich damit nur sagen will, am Ende ist

01:25:21: es ja auch immer noch Natur und vielleicht auch bei, wie wir schon

01:25:25: gesagt haben, jedes Jahr ist anders, die Bedingungen sind anders, dann

01:25:29: ist es der Boden, dann und so weiter und so fort, was

01:25:32: da zusammenspielt. Und da kann ja wahrscheinlich auch mal was vorkommen, wo dann

01:25:36: alle erst mal ratlos da sind und man gucken muss, woran hat es

01:25:40: jetzt hier gelegen oder was ist es eigentlich? Ja, der berühmte

01:25:43: Patras mit seinen Patras Flecken ist auch so eine Sorte. Denen hat man das dann

01:25:47: auch immer schon untergeschoben. Aber top Sorte, top

01:25:51: Ertrag, alles gut. Ja, nee, das gibt's.

01:25:56: Wir haben auch theoretisch Mikroskope dabei, dass wir auch mal eine

01:26:00: Sporenanalyse dann machen können. Also wenn es mal wirklich knifflig

01:26:03: wird, dass man sich dann so eine Lösung ansetzt und unter dem Mikroskop

01:26:07: anguckt, welche Pilzsporen letztendlich tatsächlich auf dem Blatt dann liegen.

01:26:11: Das kann man sich dann auch die Mühe machen und das dann genau herausfinden, wenn

01:26:14: das notwendig wird. Das gibt's auch. Aber ja, ich kenne das.

01:26:18: Man hat immer mal ein Blatt in der Hand, wo man sich denkt, oh, was

01:26:20: ist das jetzt hier? Passt nicht so richtig zu Netzflecken,

01:26:24: passt nicht so richtig zu Rindschuh. Ramolaria hat man eigentlich die Bedingungen nicht dafür.

01:26:28: Jetzt sind wir bei der Gerste. Was könnte es denn noch sein? Dann kommst

01:26:32: du auch mal auf was Spannendes wie Mehltau-Abwehrnekrosen oder

01:26:35: so. Wo die Pflanze sich dann letztendlich selbst vor einem Pilz schützen will. Und

01:26:39: da, wo die Pilzspore draufsitzen, das Blatt vertrocknet, dass der

01:26:43: Pilz dann eben die Lebensgrundlage entzogen wird. Und

01:26:46: ja, aber gibt's. Also es kommt vor, dass man auch mal ein Blattfleck in der

01:26:49: Hand hat, wo man nicht sofort sich sicher ist. Aber dafür gibt's dann die WhatsApp-Gruppe

01:26:54: und dann kann sich jeder dann dafür eine kreative

01:26:57: Idee einfallen lassen. Da ist man ja dann wirklich wie so eine Art Detektiv auch

01:27:01: manchmal, oder wenn man jetzt irgendwelche Streifen auf dem Feld hat, auf einmal kommen die

01:27:04: von 1 falschen Bodenbearbeitung, falsche Düngung, falsche

01:27:08: Säetechnik etc. Da geht

01:27:12: man einfach vor und nach Erfahrung sagt man erstmal das

01:27:15: ausschließen. Dann fragt man sich, war der vielleicht ein bisschen windig beim Düngern?

01:27:19: Oder vielleicht war deine Pflanzenschutzspritze nicht in Ordnung? Wie geht ihr da

01:27:23: vor? Viele Sachen kannst du ja erst

01:27:26: ausschließen, wenn du mal gegraben hast. Das

01:27:30: ist immer das Thema. Wir

01:27:34: sollten den Acker eigentlich nie ohne Spaten betreten.

01:27:37: Unabhängig davon, ob man Landwirt von der Hansa Agriro ist oder nicht.

01:27:41: Es bringt immer entscheidungsunterstützende Erkenntnisse,

01:27:45: wenn du den Spaten nebenbei hast. Allein schon was Wasserversorgung angeht. Das siehst

01:27:49: du ja von außen nicht. So wenn die Sonne brutzelt und der Acker oben drauf

01:27:52: abtrocknet, denkst du, ist trocken, dann krebst du rein und siehst, aha, das Wasser reicht

01:27:55: ja noch 14 Tage. Also das ist schon ein entscheidendes Hilfsmittel,

01:27:59: was wir auf jeden Fall immer in der Hand haben. Und ansonsten sind's eben

01:28:03: die Blicke Also, du kriegst nach 1 gewissen Zeit irgendwie

01:28:06: so ein Gespür oder einen besonderen Blick dafür. Ich laufe immer erst mal auf die

01:28:10: Fläche, gucke am Rand irgendwelche Gräser, die reinwachsen. Das ist immer häufig so

01:28:14: ein Thema. Dann geh ich erst mal rein mit erhobenem Blick

01:28:18: und schau in die Ferne, ob irgendwo was auffällt. Und dann, wie du sagst, wenn

01:28:21: da irgendwelche Spuren drin sind, schaut man erstmal, welche Maschinen

01:28:25: sind auf dem Betrieb, welche Arbeitsbreiten, passt das zu irgendeiner Maschine.

01:28:29: Dann haben wir ja ganz oft mal auf den auf den leichteren standorten dann im

01:28:32: früher oder auch schon im herbst teilweise dann mangan mangel standorte wo du

01:28:36: dann siehst wo die fahrgasse dann dunkel grün ist wo die rückverfestigung

01:28:40: im gut ist und man kann für die pflanze verfügbar ist und dann hast du

01:28:44: halt dazwischen diese helleren, aufgehälten Flächen oder Flecken.

01:28:48: Dann guckst du dir die Pflanzen an und siehst, okay, Mangan ist jetzt immer ein

01:28:51: Thema, das sollte man mal mit berücksichtigen bei 1

01:28:54: Vitalisierungsmaßnahme. Das Auge

01:28:58: plus dann eben den Spaten oder zur Not dann eben, dass du dir dann

01:29:02: Pflanzen aus dem einen Bereich und aus dem anderen Bereich anschaust, die ausgräbst

01:29:05: und guckst. Beim Raps kann es ja auch mal irgendwie an der Wurzel sein, dass

01:29:08: da irgendwie mal jemand daran rumgefressen hat oder beim Getreide natürlich

01:29:12: auch. Und ja, man hat schon immer so eine grobe Idee, was es

01:29:16: sein könnte. Dann gräbt man und schaut sich die Pflanzen an. Wie

01:29:19: du sagst, Detektivspielen ist es schon gewissermaßen.

01:29:24: Dann würde ich sagen, die letzte vorletzte wichtige

01:29:28: Frage. Wenn du jetzt grillst, Du hast es schon gerade gesagt,

01:29:32: die Ackerbohnen sind hoch bei dir im Kurs. Ackerbaulich

01:29:36: gesehen, aber ich habe da so rausgehört, du grillst dann auch gerne vielleicht noch

01:29:39: ein Cotelette oder ein Nackensteak oder eine Bratwurst. Was wäre denn da,

01:29:43: was du auswählen würdest? Also für den perfekten italienischen Salat braucht

01:29:47: ihr 500 Gramm kurze Nudeln, 250 Gramm Cherry Tomaten, die am besten

01:29:51: halbiert. Können wir ja gerne mit anhängen dann das

01:29:55: Rezept. Muss am besten den Tag ziehen, damit er noch besser schmeckt.

01:29:59: Aus regionaler Verbundenheit esse ich gerne Thüringer

01:30:03: Rostbratwurst tatsächlich, also Würstchen ganz normal. Die sind ja

01:30:06: hier quasi, wenn ja vor der Haustür produziert.

01:30:10: Aber ich verweigere mich jetzt auch nicht gegen einem anderen Stück Fleisch, ob es jetzt

01:30:14: ein Nackensteak ist oder mal ein Hühnchenbrust oder eine schöne

01:30:17: Grillfackel. Also das geht alles. Natürlich auch ein

01:30:21: Grillkäse. Ja, ist auch mal mit dabei oder

01:30:25: so angedünstetes Gemüse. Das

01:30:29: passt schon auch. Und ansonsten sind es ja immer die Grillsoßen,

01:30:33: die ja das Erlebnis so schön machen, mit verschiedenen

01:30:37: Broten. Ob das jetzt ein Aioli ist, wo man sich dann den Menschen nicht mehr

01:30:40: auf einen halben Meter nähern kann normalerweise. Aber wenn es dir einfach schmeckt, dann

01:30:44: schmeckt es. Ja, da kann ich dir recht geben. Ich bin ja auch von allem,

01:30:47: was du gesagt hast, ein großer Fan. Auch von dem italienischen Nudelsalat bin ich ein

01:30:51: großer Fan. Auch wenn unsere Kinder den nicht so gern essen, wegen dem Rucola, der

01:30:54: da drin ist. Den müssen wir ja nicht mehr raussuchen. Ja, das kann

01:30:58: mal ganz scharf sein. Da muss man schon aufpassen, welchen Rucola man nimmt. Aber

01:31:02: wir können ja gerne mal Rezepte austauschen. Ja genau, dann kannst du ja mal ein

01:31:05: Rezept schicken. Ja und was gibt es dann

01:31:08: dabei? Thema Braugerste oder doch lieber Richtung

01:31:12: Winzer? Braugerste.

01:31:16: Also wenn dann tatsächlich Bier, was zum Grillen am

01:31:20: besten schmeckt. Ich verweigere mich natürlich auch einem Wein nicht.

01:31:23: Also ich bin dann auch, wenn ich nach Luxemburg fahre, hausehäre

01:31:27: ich dann auch mal da auf einem Weingut. Klingt jetzt

01:31:31: dekadenter, als es ist. Also es ist

01:31:35: alles im Rahmen, keine Frage, aber da gibt es dann abends auch

01:31:38: mal einen Wein, wenn es sich anbietet. Aber das ist eigentlich eher

01:31:42: die Ausnahme. Also wenn ich alleine reise, gibt es normalerweise keinen Alkohol am

01:31:46: Abend, aber dann isst da dann schon mal, wenn

01:31:49: es der Kellner hergibt und sagt hier komm, musst du mal probieren

01:31:53: und dann passt das schon. Sehr gut,

01:31:57: dann Lennart auf jeden Fall vielen Dank für die Zeit, die du uns gegeben

01:32:01: hast, mit dir zu sprechen. Ich fand es war wirklich sehr interessant, die ganzen Einblicke,

01:32:04: wie ihr so vorgeht, wie ihr euch so ausbildet. Ich glaube, das war auch für

01:32:07: viele jüngere Zuhörer nochmal so ein guter Blick über den Tellerrand, sich zu

01:32:11: informieren, was man demnach seinem Studium alles so machen könnte in

01:32:14: seinem Leben. Und ja, vielen Dank, dass du dabei warst, Bernhard. Ja, vielen

01:32:18: Dank, dass ich dabei sein durfte. Ich wünsche euch natürlich auch alles Gute, sowohl

01:32:22: privat als auch hier mit im Podcast, als auch beruflicher

01:32:25: Natur. Und ja, Carina, wenn du mal Bedarf hast, ich

01:32:29: fahre bei dir vorbei, vor der Haustüre, dann melde dich gerne. Dann.

01:32:34: So einen Probetermin kriegen wir mit Sicherheit mal auf die Beine gestellt. Ja, super,

01:32:37: gerne. Alles klar. Aber alles ohne Druck natürlich.

01:32:41: Natürlich, natürlich. Okay,

01:32:45: dann mach's gut und wir hören uns.

01:32:52: Ja Carina, es war ja wieder eine spannende Folge, wie ich fand, mit einem

01:32:56: sehr interessanten Gast. Ich finde das immer wieder,

01:33:00: wie soll ich sagen, Faszinierend, überraschend und

01:33:04: verwunderlich, wie man so viel Know-how

01:33:07: hat. Ich bin ja ein Spezialist im Bereich

01:33:11: Bodenbearbeitung und Säetechnik bei Lemken. Aber wenn man jetzt

01:33:15: als Berater bei einem Betrieb steht und über alles, über

01:33:19: Pilzkrankheiten, Insektizide, alle möglichen

01:33:22: Sorten, Pflanzenschutzmittel, Technik, Düsen, Anwendung

01:33:25: von Spritzbrühe, weil das ist

01:33:29: ja so ein riesen Butter-Blumenstrauß. Da finde ich immer wieder

01:33:33: faszinierend oder erstaunlich, wie man sich da alles so, sag ich mal, sein Know-how

01:33:37: dann hat, dann auch tagtäglich da für alle möglichen Fragen dann

01:33:40: gewappnet zu sein. Deswegen fand ich es umso spannender, mal zu hören, wie man sich

01:33:44: darauf vorbereitet, dann auch in seinem Arbeitsalltag.

01:33:47: Absolut, Kann ich dir nur beipflichten. Und wie ich ja schon gesagt habe, jedes Jahr

01:33:51: ist anders. Das kommt ja dann auch noch dazu. Dann kommen noch irgendwelche andere Sachen

01:33:54: dabei. Und du musst halt echt so einen richtigen Überblick über

01:33:58: alles haben und dann aber auch das große Ganze nicht aus den

01:34:02: Augen verlieren, wie er ja auch so schön das Beispiel gesagt

01:34:05: hat mit Fruchtfolgen, dass man vielleicht auch mal eine Kultur

01:34:09: anbaut, wo im ersten Moment oder indirekt

01:34:13: das Monetäre nicht so hervorsticht, weil du

01:34:16: vielleicht den Preis und Konig dafür bekommst, aber das halt ja auch oft

01:34:20: vergessen wird, was man sonst vielleicht dann für Vorteile und damit

01:34:24: indirekt monetär ja auch ja dann nachher einen

01:34:28: Vorteil hat. Das ist ja bei uns auch jedes Jahr aufs Neue die Diskussion. Wenn

01:34:31: ich meine, ich muss, Ich habe mir eingegrinst, als er es erzählt hat, auch allein

01:34:35: schon wegen den ganzen Nachrichten, die auch jetzt bei der Gerstenernte

01:34:39: schon wieder kamen und die auch während der Weizenernte mit Sicherheit wieder

01:34:42: kommen werden, wie wir denn unser ganzes Stroh häckseln können. Und da hatte ich auch

01:34:46: mal einen ganz interessanten Bericht in irgendeiner Fachzeitrift ja auch gelesen, dass

01:34:50: halt auch einfach der Düngewert, den du in dem Moment

01:34:54: hast, ja auch oft verkannt wird. Klar, ich

01:34:57: habe dann nicht das monetäre für den Strohballen, den ich verkaufe,

01:35:01: aber dafür eben andere Werte, die auch Einsparungen dann

01:35:05: zum Beispiel bei Dünger oder wie auch immer, die er dann bringt.

01:35:09: Einfach dieses ganze große Ganze, aber dann trotzdem

01:35:12: auch so spezifisch von der Sorte bis zum

01:35:16: Pflanzenschutzmittel alles da zu wissen und auf dem Schirm

01:35:20: zu haben. Ich glaube, das ist auch ein verdammt spannender

01:35:23: Beruf. Dann muss man ja noch sagen,

01:35:27: jetzt sind wir wieder beim Spezialisten oder so, Dadurch, dass die Hanse

01:35:31: Agro, wo Lennart arbeitet, unabhängig ist, also nur ihm

01:35:34: zugehörig, hat man ja auch die Chance, man kann sich ja wirklich

01:35:38: bei allem das Beste, diese Rosinen rauspicken.

01:35:43: Wenn ich jetzt bei 1 Saatgutfirma arbeite, dann verkaufe ich als Pflanzenbauberater ja immer

01:35:46: noch, unterschwellig vielleicht meinen Saatgut im besten Fall.

01:35:51: Und Lennart kann ja dann aus dem gesamten Portfolio von allen

01:35:54: Züchtern, Landmaschinenherstellern,

01:35:58: Pflanzenschutzmittelherstellern schöpfen. Und Das ist ja

01:36:02: nochmal eine Schippe obendrauf, die man dann hatte.

01:36:06: Natürlich auch der große Vorteil 1 unabhängigen Beratung, die

01:36:10: ja dann auch entsprechend zusätzlich erstmal zu Buche

01:36:14: schlägt, aber dann auch mit Sicherheit diesen Mehrwert dann nachher gewährt

01:36:17: oder erlaubt. Carina,

01:36:23: vielen Dank, dass du dabei warst am

01:36:26: Montagmorgen zwischen Gersten- und

01:36:30: Weizenernte. Ich hoffe, die Drescher sind alle einsatzbereit

01:36:33: und du kannst jetzt wieder durch starten oder ich weiß, dass du jetzt wieder durchstarten

01:36:37: kannst. Vielen Dank fürs Zuhören an die Zuhörer. Wenn ihr Feedback

01:36:40: habt, immer gerne her damit. Ansonsten eine schöne Woche. Und

01:36:44: Carina, wie immer hast du das letzte Wort. Ja, vielen Dank,

01:36:48: Johannes. An der Stelle nochmal vielen Dank an Lennart für das interessante

01:36:51: Gespräch. Natürlich schön, dass du dabei warst, Johannes, wie immer.

01:36:55: Und natürlich auch danke unseren Zuhörern zu deiner Frage.

01:36:58: Alle 3 Mähdrächer stehen ausgeblasen, getankt und ready in der

01:37:02: Ecke. Ist nur die Frage, womit es wann weitergeht. Also

01:37:06: vielleicht müssen wir auch noch einen Rapstisch umbauen oder so, aber das sehen wir mal

01:37:09: Mitte der Woche. Und ja, ich denke in 2 Wochen können wir dann

01:37:13: wieder mehr berichten darüber. Und ja, wünsche allen eine

01:37:17: gute Zeit und bis dahin! Abonniert uns auf

01:37:20: Spotify oder überall da, wo ihr Podcast hört. Wir freuen uns außerdem über eine

01:37:24: Bewertung bei Apple Podcasts. Und natürlich könnt ihr euch bei Fragen und

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